Beiträge von Onkel Henry

    unglaublich dass die 23 Euro dafür verlangen


    Wie meinst du das jetzt? Unglaublich günstig? Unglaublich, dass Dienstleistungen bezahlt werden müssen? Unglaublich, dass außer dir keiner aus caritativen Motiven heraus Arbeiten erledigt? Unglaublich, dass du für das Überlassen deiner nigelnagelneuen Fehlercodes nicht noch Geld rausbekommst?
    OH

    Wenn es das noch gäbe, hätte ich liebend gerne nen V8 Saugbenziner vor einem schnöden Wandlergetriebe in einer geräumigen Kombikarosse. Kaufen kann ich aber nur, was auch angeboten wird und da war das, was ich genommen habe, noch der beste Preis-Leistungskompromiss. Was nicht heissen soll, dass ich den V8 komplett ad acta gelegt habe. Es gibt ja noch Old- und Youngtimer.
    OH

    Denn wann treten beim Diesel die Probleme auf sicher nicht dauernd bei Rentnerfahrleistungen von 50kkm in 10 Jahren


    Das ist doch genau der dieseluntypische Gebrauch, der den meisten Motoren die Probleme bringt und wo die Meinungen zwischen den Berufsvielfahrern und den Privatfahrern bezüglich der Zuverlässigkeit der Motoren auseinanderklafft. Wer ständig die Regeneration durch den Verdampfer erzwingt, muss sich nicht über dessen vorzeitigen Exitus wundern. Genausowenig über das vorzeitige Ableben der Glühkerzen, die auf Kurzstrecken oder im Bummelbetrieb immer mal wieder Nachheizen müssen. Oder ZMS, die dauerndes Anfahren oder ständigen Leerlauf auch eher übel nehmen als relativ gleichmäßigen Motorlauf "auf Strecke". Und genauso ist der Ansugtrakt dann eher versaut, als wenn das Auto mit hoher Last vom Aussendiener über die Bahn geprügelt wird, weil dann das AGR zu bleibt.
    So mancher Privatfahrer realisiert erst relativ spät (manchmal auch nie), dass sein heißgeliebter Diesel pro km mehr an Reparaturen und Wartung kostet, als an Sprit. Mir solls recht sein, dass ist alles Wirtschaftsleistung.
    Der dieseltypische erhöhte Bauaufwand muss halt irgendwann auch bezahlt werden - auch im Betrieb. Wohl dem, der davon verschont bleibt, aber für die anderen gilt eine weitere alte Mechanikerweisheit: Was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen.
    OH

    Insofern müsste man fragen wie viele Defekte pro km produzieren die Benziner / diesel?


    Wenn du so eine Karre hast und eine entsprechende Reparatur steht an, ist deinem Geldbeutel völlig egal, wieviel Kilometer das Auto runter hat. Aber selbst dann, wenn man die Kilometer mit in die Rechnung einbeziehen will - Wann ist denn hier zuletzt ein Benziner mit MIL aufgetaucht? Oder mit defektem AGR? Nach Glühkerzen, Verdampfer oder Druckwandlern muss man gar nicht fragen. Das einzige herausstechendeThema, das hier ab und an mal auftaucht ist der leidige 2.0 Saugbenziner mit seinem Startverhalten. Und wenn du die Verteilung Benziner/Diesel betrachten willst, dann darf man nicht vergessen, dass die nur in der CD-Klasse so ungünstig ist. Betrachtet man den gesamten Wagenpark sind die Benziner immer noch in der Mehrzahl.
    Vielleicht können Marc oder Stephan oder andere Hauptberufliche mal ein Resümee ziehen.
    OH

    Für die Zukunft ist das sicher richtig in der Gegenwart jedoch fahren noch relativ viele Privatleute mit dem Diesel unerm Strich günstiger.


    Wenn man diesen Thread aufmerksam gelesen hat, dann weiß man schon, dass das oftmals eine Milchmädchenrechnung ist. Und wieviele User hier mussten sich schon mit einer MIL zum Händler bemühen, die Lambdasonde tauschen, Glühkerzen oder Regenerationseinheit erneuern etc.? Klar gibt es auch Gurken unter den Benzinern, aber mir fallen Diesel mit Motor- oder Abgasproblemen hier besonders häufig auf.

    Vorraussichtlich werde ich den Arbeitsweg damit, zumindest in Herbst und Frühjahr (wenig Klima/Heizung), emmissionsfrei, weil rein elektrisch, absolvieren können. Ich brauche dann nur noch sehr wenig fossilien Brennstoff für meinen Fahrzyklus


    Noch so eine Milchmädchenrechnung! Woher kommt der Strom nochmal? Achja, aus der Steckdose! Blöd ist halt, dass nachts, wenn du die Karre lädst, in unserem schönen Energiewendeland all die tollen Solaranlagen nix bringen. Da kannst du froh sein, wenn du tagsüber deine Karre an deiner Arbeitsstelle laden kannst (was sagt da dein Arbeitgeber?). Insgesamt beziehen wir unserem Strom aber maximal zu etwa 25% aus regenerativen Quellen und damit bleiben 75% für die herkömmliche Stromerzeugung - vorwiegend Braunkohle, Atomstrom und Erdgas oder gar Öl kommen da zum Einsatz. Betrachtet man dann noch den durchschnittlichen Wirtkungsgrad eines Großkraftwerks und die Verluste durch den Stromtransport und die mehrfache Transformierung, dann merkt man recht schnell, was für eine Dreckschleuder dein bevorzugtes ach so sauberes Pseudo-Elektromobil in Wahrheit ist.

    Zitat

    Es gibt einfach keine Möglichkeit, Transport von Menschen oder Gütern mit Kraftfahrzeugen umweltneutral zu gestalten.


    OH

    Zusätlich helfen da die Luftverwirbelungen.


    Wenn Luftwirbel das Öl im Motorraum verteilen, musst du nach der Quelle in aller Regel nicht lange suchen. Dann hast du nämlich nicht einen Ölfilm, wie jener aus dem Video, sondern dann spraddelt es irgendwo raus. Und das es bentzend ist stimmt zwar, aber solange nicht Kapillar-oder andere Kräfte vorliegen, folgt Öl immer noch der Schwerkraft - auch beim Benetzen.
    OH

    Spike, es mag sein, dass meine Aussagen manchmal etwas radikal klingen, aber das ist bewußt so gehalten, damit sich eben eine Diskussion ergibt, die Unwissende aufklärt und Wissende zum Nachdenken bringt.
    Das Regenerieren hat im Übrigen nur mittelbar etwas mit der Verrußung der Ansaugwege zu tun und spielte daher in meinen Überlegungen auch keine Rolle. Im Grunde ist der Diesel für PKW eigentlich tot. Alle Maßnahmen, die Abgase irgendwie wieder sauber zu bekommen (AGR, DPF, Kat, AdBlue etc.), erhöhen entweder die Kosten oder den Verbrauch und das teils drastisch. Das macht ein solches Fahrzeug irgendwann unrentabel - entweder für den Kunden oder für den Hersteller. Die sinkenden Absatzzahlen an Privatkunden und die steigenden "Tuningmaßnahmen" zur Stillegung, Umgehung oder "Optimierung" dieser Systeme sprechen eine deutliche Sprache.

    Derzeit kämpft man beim Diesel gegen Partikelzahlen, NOx und CO2, aber wenn irgendjemand auf die Idee kommt auch noch Partikelgröße oder deren Zusammensetzung zum Abgasgütekriterium zu ernennen (und konsequenterweise müsste das erfolgen), dann bedeutet das unweigwerlich das Aus für den Diesel (allerdings auch für die meisten Benzindirekteinspritzer heutiger Bauart).
    Es gibt einfach keine Möglichkeit, Transport von Menschen oder Gütern mit Kraftfahrzeugen umweltneutral zu gestalten. Wir alle werden uns ab einem bestimmten Zeitpunkt entscheiden müssen, wieviel Umweltsau wir sein wollen und ich nehme an, dass dieser Zeitpunkt recht nahe ist. Dann müssen Kompromisse her und ich gehe davon aus, dass Antriebskonzepte wie der Dieselmotor dann nur noch in einem bestimmten Lastnutzenverhältnis zum Einsatz kommen dürfen. Dann sind wir wieder bei dem Spruch: Diesel ist für Landwirte und Trucker!
    OH

    @ OH ein ganz Schlechter war das


    Mag sein, dass das ein wenig plakativ war, aber im Grunde trifft es den Punkt. Die meisten Privatleute, die einen Diesel fahren, benötigen ihn nicht wirklich. Dieser Umstand verbunden mit den immer weiter anwachsenden Leistungen und Drehmomenten in Verbindung mit immer rigoroseren Abgasbestimmungen führt im Grunde ja zu der Misere.

    Die von Stephan aufgelisteten Tipps, wie Kurzstrecken vermeiden, niedrige AGR Raten bevorzugen, hohe Last fahren etc., lassen sich vom Otto Normalo mit Bürojob gar nicht realisieren. Der steht morgens im Stau und abends wenn er heim fährt wieder. Einmal im Jahr gehts dann in Urlaub und am zweiten Weihnachtsfeiertag zur Erbtante Else und wenn er dabei dann mal Knallgas bekommt (wenn überhaupt), wundert man sich, dass die Brocken aus dem Auspuff fliegen und die Mühle keine Wurst vom Teller zieht.
    Wer beruflich unterwegs ist, hat da ganz andere Voraussetzungen und da mag der Diesel die richtige Wahl sein. Aber selbst Zahnbürstenkopfvertreter tun sich mittlerweile schwer 200+PS auf Deutschlands Autobahnen von der Leine zu lassen. Daher würde mein Rat für Privatfahrer immer lauten: Nimm nen Benziner!

    Ich bin auch davon überzeugt, dass das Potenzial der turboaufgeladenen Benzindirekteinspritzer noch längst nicht ausgeschöpft ist. Wir werden in den nächsten Jahren mit Sicherheit steigende Literleistungen und sinkende spezifische Verbräuche sehen, die denen des Diesels kaum nachstehen. Der 1.0 Ecoboost macht es vor und das ist erst der Startpunkt.
    OH

    Wenn ich ein Haus baue brauch ich auch einen Architekten weil ich es nicht kann.


    Nur mal so am Rande: Der Architekt baut dir kein Haus, der plant nur. Gebaut wird das von Maurern, Zimmerleuten, Elektrikern, Klempnern etc. Auf dem Immobilienmarkt werden die vermukstesten Buden als Architektenhäuser angeboten. Achte mal drauf!

    BTT: Wer den Ruß im Auto stoppen will, dem kann man meines Erachtens nur einen Rat geben: Direkteinspritzer meiden! Alles andere kann man eigentlich knicken.
    OH

    Sorry, aber das sind ja Tipps...


    OH