Wer schon einmal am Band gearbeitet hat, der weiß, dass man da aus dem Trott nicht so richtig rauskommt. Was willst du also acht Stunden lang machen? Wenn du die fünf Stecker nicht steckst, die du zu betreuen hast, dann fällt das innerhalb kürzester Zeit auf. Für Bandarbeit findet man an jeder Ecke Leute, denn ihr wichtigstes Merkmal ist in aller Regel, dass sie von fast jedem durchgeführt werden kann. Also kannst du auf die letzten Tage noch fristlos deinen Job verlieren und bekanntermaßen macht sich das im Lebenslauf nicht besonders gut. Die Qualität dürfte meines Erachtens unter der bevorstehenden Schließung kaum leiden.
Der Rest wurde hier ja schon angedeutet. Allzuviele Restbestände der Hauptkomponenten dürften auch nicht übrig bleiben, denn heutzutage wird ja nicht nur just in time sondern sogar just in sequence produziert. Die Maschinen und Anlagen dürften über die Jahre abgeschrieben sein und sofern sich kein Käufer findet in die Presse wandern. Einzig Gelände und Bauten dürften ein Problem werden, denn die Region um Genk glänzt nicht gerade mit Wirtschaftswachstum. Würde mich nicht wundern, wenn da in ein, zwei Jahren die Abrissbirne kreist.
Die Mondeo MK5 Linie ist in Valencia ja längst aufgebaut und mit Sicherheit hat ein Teil der Leute mit den höherwertigen Jobs da Unterschlupf gefunden. die bringen ihr wissen und ihre Erfahrung mit, so dass da der Betrieb möglichst reibungslos anläuft. Für diejenigen, die quasi in Genk kleben bleiben ist das natürlich doppelt bitter. Nicht nur das sie ihren Job verlieren. Nicht wenige von denen haben sich Eigentum dort geschaffen, dass durch die Schließung des Fordwerks und der Zulieferbetriebe rapide an Wert verlieren wird, weil immer mehr Leute dort wegziehen müssen, weil sie kein Auskommen finden.
OH