Beiträge von Onkel Henry

    EIn Unternehmen welches sich primär risikoavers verhält wird idR vom Markt verdrängt gut zu sehen an Marken wie Saab die nicht nur durch ein Gleichteilemanagement sondern eben auch Mangel an Innovationen bei ihren Modellreihen ins HIntertreffen geraten sind. Das selbe Schicksal übrigens das Rolls Royce hatte bevor BMW eingestiegen ist und mit dem Alfa Romeo (ok bei denne isses auch die Qualität ab und zu ) zu kämpfen hatten.

    Man kann mMn eben nicht nur mit den potentiellen Ausfällen argumentieren wenn es um neue Ideen geht.

    Deine Ausführungen enthalten direkt mehrere Schwachstellen. Erst einmal ist nicht klar definiert, was denn nun risikoavers ist. Darüberhinaus gibt es diese Theorie zwar, aber keine empirische Untermauerung, die einer genauen Prüfung standhalten würde. Gerade Saab ist für deine Theorie ein ganz schlechtes Beispiel. Ursprünglich war diese Marke Teil eines Rüstungskonzerns. Die Automobilsparte stellte das Brot-und-Butter Auto für den skandinavischen Markt her, quasi den VW Käfer aus Schweden. Hier beginnt schon der erste Fehler, denn Synergien zwischen diesen beiden Bereichen sind so gut wie nicht mehr realisierbar. Im weiteren Verlauf fusionierte Saab dann mit Scania, dem Nutzfahrzeughersteller, der wieder keine nenneswerten Synergien bot.

    Als die Absatzzahlen im Stammmarkt immer weiter einbrachen und neue Märkte nur schlecht erobert werden konnten, wagten die Konzernlenker den Schritt, sich als Premiummarke etablieren zu wollen. Ähnliches hatte bei Audi Erfolg, bei Volvo ja weniger. Bekanntlich wird die Luft nach oben aber immer dünner und so verlor Saab auf der einen Seite weiterhin die Stammkundschaft, konnte auf der anderen Seite aber keine weiteren Kunden in nennenswertem Umfang hinzugewinnen. Folgerichtig wurde die defizitäre Fahrzeugsparte ausgegliedert und quasi an GM verkauft. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen von Anteilseignern beherrscht, deren primäres Ziel keineswegs die PKW-Herstellung war. Dieser Umstand spiegelt sich deutlich im Produktportfolio wieder, dass fast ausschliesslich aus Mittelklassefahrzeugen bestand. Eine Erweiterung des Portfolios war mangels Kapitaldecke nicht möglich.

    Die Kooperation mit GM war ein weiterer risikoreicher Schritt, der letztlich zum endgültigen Untergang führte. Innerhalb dieses Fahrzeugmischwarenladens gab es bereits andere Labels, welche die Nische von Saab ausfüllten. Statt der ersehnten Abrundung des eigenen Angebots und dem gewünschten Zugang zu weiteren Märkten, wurde Saab innerhalb dieser Kooperation mit Bauteilen aus anderen defizitären GM Marken gefüttert, was deren Bilanz verbesserte, die von Saab aber eben nicht. Die Verluste von Saab Automobile AB addierten sich über die Jahre und damit verschwand auch die Hoffnung, diese Marke mit image- und/oder margenträchtigen Fahrzeugen aufzuwerten. Zum Schluß blieben der Abklatsch von Insignia und Co, welcher woanders günstiger zu haben war und die Eigenständigkeit vollends verwässerte.

    Saab ist eigentlich ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Risiken nicht zum Erfolg führen müssen. Ganz ohne geht es sicherlich nicht, aber heutzutage hält man sich lieber an Bewährtes. Darunter fällt sicher die Entwicklung sportlicher Ableger der Brot-und-Butter Autos oder die Abrundung durch SUVs aller Größenklassen. Bei genauerer Betrachtung fällt zusätzlich auf, dass der Scirocco eigentlich auch nur "Altbewährtes" ist, genauso wie es eine Capri-Reminiszenz wäre. Laut Wikipedia wurden vom Scirocco I im ersten Baujahr 87.000 Stück abgesetzt und danach nie wieder soviel. Das ist ein Volumen, für das sich der Aufwand nur lohnt, wenn man sehr viele Teile aus anderen Fahrzeuglinien verwenden kann und nur so ließ sich das für VW auch realisieren.

    Für den Capri ließe sich das viel schlechter bewerkstelligen, denn heutzutage sind kurze Motorhauben en vogue und die passen nun einmal nicht zur Capri typischen Silhouette. Mit der langen Motorhaube ergäben sich ganz andere Proportionen die zu einer völlig neuen Bodengruppe und einer völlig neuen Fahrwerksabstimmung führen würden. Das zeigt, dass hier Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stünden. Das beste Jahr des Scirocco III war meines Wissens 2009 mit knapp 50.000 Stück und seit dem geht es wieder stetig bergab, obwohl die Wolfsburger immer mal wieder eine neue Variante nachgeschoben haben. In diesem Jahr wurden wohl bisher nicht einmal 2.000 Einheiten in Deutschland verkauft und das ist noch der beste Markt für solche Fahrzeuge.

    Diese Zahlen dürften auch der Hauptgrund sein, warum Ford solange gezögert hat, den Mustang nach Europa zu holen. Da hast du übrigens dein Risiko! Ein monetärer Erfolg kann das nur schwerlich werden, denn für dieses Auto fehlt hier jegliche Infrastruktur und die Hoffnung auf Amortisation ruht hier wohl eher auf den langen Modellzyklen. Das wird wohl tatsächlich nur der langersehnte Eyecatcher für den Showroom werden.
    OH

    Hat denn einer von euch schon mal einen Feuerlöscher benötigt, als er unterwegs war? Ich bin zwar schon mal an brennenden Autos vorbei gekommen, aber die standen dermaßen lichterloh in Flammen, dass ich mir nicht zugetraut hätte, mit so nem Autofeuerlöscher da was zu retten.

    OH

    Bedauerlich, es kristallisiert sich heraus das normale Gespräche nur bis zu einem Widerspruch normal geführt werden dann kommt Stammtischniveau, wirklich bedauerlich.

    Du bist an unserem Stammtisch immer herzlich willkommen. Nimm dir nen Klaren, dann wirst du vielleicht etwas lockerer.
    Ach - und so ein Ute ist zwar nett anzusehen, aber das Konzept hat selbst im Mutterland des Pick-ups seit Jahrzehnten keine Sonne mehr gesehen . Selbst zu ihrer damaligen Bauzeit fanden diese Pick-up Versionen nicht gerade reißenden Absatz. Das Verhältnis zu den Limousinen betrug irgend etwas zwischen 1:25 und 1:50. Stell dir das mal bei dem derzeitigen europäischen Mondeoabsatz vor.
    Im Übrigen ist es ein weit verbreiteter Irrtum, das der Erste am Markt diesen leichter erobert. Wie hätten denn nach Benz all die anderen Fahrzeughersteller sich etablieren können? Oder weiter bestehen nach Henry Fords Einführung des Produktionfießbands und damit unschlagbar günstigen Preisen für ein Automobil?
    Der Erste zu sein bringt nicht nur Vorteile, sondern auch die Nachteile des Irrtums, wie aktuell in den Staaten mit dem Sync bewiesen wird. Nur werden Irrtümer bei der Entwicklung von ganzen Fahrzeugen eben sehr teure Irrtümer.
    OH

    Mal abgesehen von den bereits von bravasx genannten Punkten wäre GFK für mich nun nicht die erste Wahl für Teile im Stoßfängerbereich. Der Rest um diesen Einsatz herum ist recht flexibel und unterliegt erheblichen Bewegungen im Fahrbetrieb und kann auch mal nen Stoß ab. GFK kann von recht unterschiedlicher Güte sein und dann möglicherweise unflexibel. Ein solcher Materialverbund kann gravierende Nachteile mit sich bringen, indem das eine oder das andere Teil reißt. Im Falle eines Unfalls neigt GFK auch zu hässlicher Splitterbildung, was eine zusätzliche Verletzungsgefahr darstellt (Beispiel: Motorradfahrer rutscht unter das Heck). Das wird von Gerichten und Versicherungen gar nicht gern gesehen.

    OH

    "Let´s try " Mentalität

    Für dich als Kunden mag das ja noch wünschenswert erscheinen, aber aus unternehmerischer Sicht ist das völlig fehl am Platz. Teure Versuche kann man sich in diesen Zeiten nicht leisten und das hat Opel auch mehrfach an den Rand des Aus gebracht. Kostspielige Sondermodelle lassen sich nur dann realisieren, wenn damit eine entsprechende Marge erzielt oder ein adäquater Absatz garantiert werden kann. Hast du nen GT gekauft? Oder nen Speedster?

    Gekauft werden Modelle wie ein Focus ST, Golf GTI, BMW M. Hingucker sind nett für den Showroom, bleiben aber überdurchschnittlich lange stehen, sobald ihr meist recht kleines Marktsegment gesättigt ist.

    OH

    Die letzte wirkliche Innovation war das Serienmäßige ABS beim Scorpio

    Das ist ja nun auch Mist! Was ist zum Beispiel mit dem ersten Direkteinspritzer Diesel in der Großserie? Oder dem serienmäßigen Airbag in der Mittelklasse? Oder der heizbaren Frontscheibe?
    Da gibt es noch mehr Beispiele, aber Merten hat recht, wenn er sagt, dass das mit dem entsprechenden Marketing zu wünschen übrig lässt.
    OH

    Kurze Antwort: Ja!

    Lange Antwort:

    Ohne Diagnosegerät kannst du an den Scheinwerfern einstellen bis du schwarz wirst, das wird nix. Zu den Scheinwerfern gehören Steuergeräte, die unter anderem Signale von Sensoren am Fahrwerk bekommen (vereinfacht dargestellt) und so automatisch die Abstrahlhöhe des Abblendlichtes je nach Beladung nachstellen. Die Signale kommen jetzt natürlich auch, nur können die Steuergeräte damit nix angfangen, da sie gar nicht wissen, wo denn die ursprüngliche Nullinie ist. Das kann ihnen nur mithilfe des Diagnosegeräts mitgeteilt werden.

    Die Kosten dafür muss deine Versicherung natürlich auch zahlen, denn das kann nicht dein Problem sein, wenn dein Spengler keinen Plan und kein Gerät hat.

    OH