Mal ein Zwischenbericht. Entgegen meiner eigenen Tradition habe ich diesmal leider keine Bilder gemacht, dafür war die Arbeit zu dreckig und irgendwann wollte ich auch fertig werden.
Aktuell habe ich:
- Ca. 70% vom Unterboden habe ich, soweit das möglich war entrostet
- Handbremsseil erneuert, weil das vor ca. 5 Jahren ausgetauschte schon wieder beifahrerseitig "fest" war (kein Originalteil)
- Beide Hinteradsbremszylinder erneuert (der beifahrerseitige hat bei kräftiger Betätigung der Bremse leicht getropft)
- Bremsflüssigkeit gewechselt (war im Set mit den Radbremszylindern von ATE) und hej, das war "Unox trübe Brühe", also dringend nötig.
- Beide Keilrippenriemen erneuert (der Fiesta hat Klima, da ist einer mehr dann drin) => die hatten es echt nötig, franzten seitlich schon aus und waren schön porös.
- Kraftstofffilter gewechselt (war auch im Inspektionskit mit dabei und gerade gut zugänglich)
Was ich glaube was mal gemacht werden muss:
- Die Buchsen der vorderen Stabi-Stange sehen echt porös aus. Da gehören die Gummilager gewechselt
- Wenigstens die Federn vorn/hinten gehören gewechselt weil die überall schon Rost werfen. Bei der VA würde ich da lieber gleich vormontierte mit Dämpfer einbauen, weil Federn wechseln auf alte Dämpfer (130tkm) naja und Scheißarbeit. Die kann man vormontiert für kleines Geld kaufen, dann gleich mit Domlagern. Und wenn ich hinten die Stoßdämpfer mit kaufen, kosten die neu im Zubehör auch nur 80€ beide.
- Die Querlenker könnten auch eine Erneuerung vertragen. Beide bei ATP ca. 80,- €, dafür kaufe ich nichts gebrauchtes oder mache einen Lagerwechsel.
- Die Silentlager sehen noch erstaunlich gut aus
Zum entrosten hatte ich mir ja folgendes besorgt:
- Owatrol Öl zum pinseln und in Spraydosen gekauft. Verwendet habe ich die Spraydosen, was einfach viel praktischer ist. Dazu habe ich mir so nen Pistolengriff zugelegt, Universal für alle Spraydosen und das Ding für ein paar Euro ist wirklich sinnvoll weil man einfach "aus der Hand" sprüht und nicht mit dem Finger.
- 125er CSD-Scheiben (lila) für Winkelschleifer, 100er und 45er mit Dorn für Bohrmaschine
- Zum ausprobieren einen BGS Druckluftwinkelschleifer
- Unterbodenschutz habe ich mit Henkel Teroson gemacht, da hatte ich noch zwei Dosen von. Auf den Blechteilen habe ich Rostschutzgrundierung genommen
Zum entrosten sind die Lila CSD wirklich klasse, da bin ich voll von überzeugt, egal für welche Antriebsart. Habe die 125er und 100er von Rostio genommen und die 45 vom Chinesen aus Amazon. Das Material war bei allen gleich gut.
Mit der Flex kommt man halt nicht so gut voran weil unterm Auto alles total verwinkelt und schwer zugänglich ist. Auf Türen oder glatteren Blechteilen ist die Flex in Punkto Abnahmegeschwindigkeit unschlagbar.
Dann bin ich mit der 100er Scheibe auf Dorn mit Bohrmaschine ran, das geht ganz gut, man braucht halt mehr Kraft, wobei die Bohrmaschine leichter ist als die Flex (meine Fein wiegt ca. 2,5kg). Aber man verrutscht auch schneller! Mit der Scheibe arbeitet man eher auf der Kante als mit der Fläche. Die 45er Scheibe ist eher für punktuelles arbeiten gedacht, lässt sich aber auch nur schwer führen, rutscht gern weg wenn man nicht massiv festhält und die Pads (nur aufgedreht) machen schonmal den Abflug in die Halle...
Dann habe ich den Druckluft Winkelschleifer ausprobiert und fast bereut das ich das nicht gleich gemacht habe. Das ist in meinen Augen das optimale Werkzeug für diese Arbeiten. Durch die 90° Winkelung des vergleichsweise winzigen und leichtgewichtigen Schleifers kommt man selbst mit der 100er Scheibe überall gut hin. Das Ding erzeugt ordentlich Drehzahl und man braucht verhältnismäßig wenig Kraft. Auch lässt es sich gut führen. Da fing es kurzzeitig richtig an Spaß zu machen!
Bis zu dem Moment als sich die Welle von dem Dorn verbog und das Teil eine Unwucht bekam und zwei Sekunden später flog die Scheibe samt der oberen Hälfte des Schleifers davon:
Somit hatte ich nur für knapp 30 min. Spaß :-/ Hab das Teil eingepackt und Amazon zurückgeschickt, mal schauen was die sagen. Dachte BGS könnte man kaufen (NP 50€) aber anscheinend brauchts doch ein Hazet fü 190€ bei sowas. Billiges Druckgußgehäuse mit Wandstärke von vielleicht 1mm und dann noch mit Schwachstelle, das kann nicht gut gehen auf Dauer... ohne die Unwucht hätte das Dinger sicher länger gehalten und dafür ist meiner Meinung nach der einfache Stahl-Dorn verantwortlich. Hier müsste es ein gehärteter Stahl (HSS) sein der sich nicht verbiegt. Billigzeug halt... wer das kauft ist selbst schuld, so auch ich.
Nach dem groben abnehmen des Rostes mit Metallspatel und dem schleifen kam dann eine nette Schicht Owatrol drauf und am nächsten Tag dann Rostschutzgrundierung und Unterbodenschutz. Die Rostblühten habe ich überall an der Karosse entfernt und erstmal nur grundiert. Lack etc. mache ich erst nach dem TÜV. Der ist morgen, mal sehen...
Auf jeden Fall war nirgends was durchgerostet, alles noch tragfähig drunter. Die Bremstrommeln hinten habe ich auch mal entrostet, die bekommen dann auch mal eine hitzebeständige Grundierung und Lackierung drauf.
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