Zitat: "...Mit anderen Worten, die Langzeitstabilität heutiger Automobile ist auf der Strecke geblieben, und aller Wahrscheinlichkeit nach so von den Herstellern ob der immer schnelleren Modellwechsel auch gewollt..."
Prinzipiell bezweifle ich diese Aussage. Ich denke eher das liegt an der veränderten Lebensweise der Automobilnutzer. Wer hatte schon in den 80er, 90er oder noch früher einen Jahresschnitt von 30 tsd Km oder mehr. Viele arbeiteten doch am Wohnort. Pendler waren die Ausnahme. Galt früher (70er/80er) noch 100tsd Kilometer Gesamtfahrleistung eines Autos als Grenze des Vertretbaren, gehen heute Gebrauchtfahrzeuge mit 150 oder gar 200 tsd Km jederzeit vom Hof eines Händlers. Folglich häufen sich auch die Mängel. Es kann mir doch keiner erzählen, das ein D oder E-Kadett, Ascona oder um bei Ford zu bleiben, Escort oder Sierra/Scorpio bei 200 tsd Kilometer in 5-8 Jahre weniger Mängel hatte, als ein Mondeo heutzutage. Die Modelwechsel waren auch kaum langsamer wie bei unseren Ford-Modellen. Klar, wer sein Auto pflegte, hatte lange Spaß daran. Aber das ist heute auch noch gültig. Wenn ich mir ne Limousine für 35000 Euronen hol, aber dann Jammer, das der Service so teuer ist (auch der FFH muss sich finanzieren, seinen Schraubern den Gehalt zahlen) und mit seinem nachgelesenen Halbwissen selber an der Karre rumpfuscht, dann muss ich mich nicht wundern, das sie mir unterm Arsch zerfällt. Ich selber wundere mich hier und in anderen Foren immer wieder, wie wenig die Nutzer über ihren eigenen PKW bescheid wissen. Jeder kennt wohl die Prozessorstärke und die Speichergröße seines Smartphones für 500€ besser, als sein tausende Euro teures Auto, das einem erst den Weg zum geldverdienen ermöglicht.
Ich selbst fahre Ford seit meinem 18. Lebensjahr, seit nunmehr 28 Jahre. Mir war immer bewusst das ich kein Premiumfahrzeug habe und mir wohl auch nie wirklich eines leisten kann. Bei einer Jahresfahrleistung (in den letzten 15 Jahre als Pendler) zwischen 30 und 60 tsd Kilometer habe ich auch immer mit Ausfälle gerechnet, die aber nie wirklich kamen. Meine letzten 2 MK3 liefen alle, fast problemlos, bis an die 300 tsd Kilometergrenze. Meine Fiestas (Bj. 81 und 90) damals, in den so gelobten 80er und 90, machten, bei gleicher Pflege und weit weniger Technik, schon bei ca. 175 tsd Kilometer schlapp. Bevor es die Motoren zerbröselte, fielen aber schon innen und außen so einige Teile ab.
Auch bei meinem aktuellen Mondeo erwarte ich eine problemlose Mindestleistung von 200 tsd Kilometer, bei regelmäßiger!!! FFH-Wartung. Wenn aber jemand meint, er muss seinem 140 PS Diesel unbedingt noch ein paar Pferdestärken drauftunen und fährt wie der gute Schumi, muss sich nicht wundern, das sein Gefährt das nicht ungestraft abkann. Warum kauft man sich nicht gleich ne Rennsemmel??? Ist dann der Hersteller schuld, das die Karre nicht ewig durchhält?
Ich glaube auch nicht wirklich, das sich heutzutage ein Hersteller erlauben kann, mit voller Absicht, Sollbruchstellen einzubauen. Man stelle sich vor, die Autoblöd entlarvt, sagen wir mal, Opel, das ihr Insigna nach 150 tsd Kilometer seine Injektoren mit Absicht verkokelt. Das Unternehmen wäre sowas von Tod. Da könnte auch GM nichts mehr machen.
Warum ist Ford in Deutschland noch am Markt? Weil sie relativ günstige Autos mit einer relativ guten Qualität bauen. Wären die Autos so schlecht, wie viele meinen (auch so mancher hier), würde wir schon lange nicht mehr hier sitzen und uns in einem Fordforum abquälen.
Noch allen ein schönes Wochenende.
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