@spike
Ich habe kein Problem damit, wenn du meine Beiträge nutzt. Das ist ein öffentliches Forum und wer das nicht will, darf hier nix schreiben.
Ich mach mir das mal einfach und kopiere einfach hier rein, was ich bereits im GJR Thread geschrieben habe:
Das man sich als Käufer bei solchen Ansinnen ziert, als hätte man einen unsittlichen Antrag bekommen, finde ich ehrlich gesagt unverständlich. Ob es nun Neu- oder Gebrauchtwagen sind - in jedem Fall tätigt man da eine erhebliche Investition von mehreren (zehn?)tausend Euro. Da sind 20 oder 50 für eine Probefahrt gut investiertes Geld, wenn es darum geht, ob einem dieses Auto in seiner Gesamtheit zusagt oder nicht. Eine kostenlose Fehlentscheidung kann da viel teurer werden.
Demgegenüber steht nun der Händler, der gerade bei Neuwagenprobefahrten diese Fahrzeuge ankaufen und zulassen muss, was zu einem erheblichen Wertverlust führt. Meistens hält er aber nicht nur ein Fahrzeug zur Probefahrt bereit und je nach Größe des Autohauses beläuft sich die Kapitalbindung schnell auf einen sechsstelligen Betrag. Nicht selten bedankt sich der Probefahrende dann artig und bestellt sein Auto anschliessend im Internet, falls er überhaupt vorhatte eines zu kaufen. Diesem Trend tragen immer mehr Händler natürlich Rechnung und ich persönlich finde das auch legitim. Ich habe den Betrag gerne gezahlt, zumal er anschliessend beim Kauf verrechnet wurde.
Das gilt natürlich für Probefahrten im Rahmen des Fahrzeugverkaufs. Hier ging es aber ursprünglich um den Service und da ist die Geschichte in meinen Augen deutlich schwieriger. Kostenlose (und vor allem qualifizierte!) Beratung und Probefahrt sind für den Kunden natürlich angenehm und tragen zur Kundenbindung bei, wie man hier ja bereits lesen konnte. Problematisch wird es dann, wenn du Kunden hast, die die Flöhe husten hören und/oder nach einem Grund suchen, das Auto wieder loszuwerden. Da kann ich mir schon gut vorstellen, dass man die benötigte Zeit ab einem gewissen Punkt auch schon einmal in Rechnung stellt.
Abschliessend sollte sich jeder mal fragen, wie bereit er oder sie selbst ist, in unserer durchorganisierten Wirtschaft Dienstleistungen kostenlos bereit zu stellen. Ossis Fernsehbeispiel zeigt, wie sehr wir solche Leistungen für selbstverständlich nehmen und mein folgendes wie schnell das ausarten kann:
Irgendwann werde ich ja mal in den Ruhestand gehen. Was sollte mich dann davon abhalten mit Campingstuhl und Thermoskanne mich um kurz vor acht beim Elektronikfachmarkt einzufinden um dort die Tagesschau anzusehen? Da ist geheizt, man kommt unter Leute, hat immer die neuesten Geräte vor der Nase und je nach Öffnungszeiten reicht es auch noch für den nächsten Spielfilm.
Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ich denke, es wird in Zukunft zwei Lager geben. Die einen benötigen weder Probefahrt noch Beratung und bestellen und kaufen ihr Auto aus dem Netz. Die anderen sind anspruchsvoller und wollen genau das vorgenannte. Für diese beiden Klientel muss der Handel gewappnet sein und passende Angebote bereithalten. Die ersteren sind preissensitiv und werden zusätzliche Kosten nicht akzeptieren, während die zweitgenannten Käufer sich in der Regel darüber im Klaren sind, dass Dienstleistungen in aller Regel bezahlt werden müssen. Nach meiner Einschätzung befinden wir uns derzeit gerade in der Übergangsphase und daher kommt es nun zu diesen Irritationen bei jenen, die kostenlose Angebote gewöhnt sind.
OH