Beiträge von Onkel Henry

    Mit Geld vom Staat verlieren aber auch alle, denn das wächst nicht auf dem Baum oder wird von einer Übermutti aus einem unendlichen Füllhorn über Deutschlands Bevölkerung ausgekippt. Der Staat, das sind wir alle und wenn es von dem Geld gibt, dann ist das UNSER Geld. Wenn VW und Co den Kunden 10 Mille für den alten Diesel zahlen will, dann finde ich das völlig in Ordnung, denn das ist dann deren Geld. Kaufen kann einen Neuwagen eh nur der, der die Kohle dafür hat.
    OH

    Es liegt mir eigentlich fern, hier Persönliches in einem Technikforum auszubreiten, aber bis zu einem gewissen Grad hat die Entscheidungsfindung noch eine gewisse Nähe zum Thema.
    Als ich 2013 mein Auto als Neuwagen kaufte waren da schon intensive Überlegungen vorausgegangen. Ob neu oder gebraucht war eine der Fragen und es wurde ein Neuwagen, weil diese Art der Investition über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren einmalig sein sollte und die Folgekosten wenigstens anfangs überschaubar bleiben sollten. Klar war auch, dass es kein Diesel werden würde, da mir die Probleme dieses Motorenkonzepts im PKW wohl bekannt waren. Ich benötigte ein relativ großes Fahrzeug, weil ich eine möglichst hohe Anhängelast realisieren musste und das Auto an sich ebenfalls ein gewisses Ladevolumen und hohe Zuladung ermöglichen sollte. All das musste sich zusätzlich paaren mit Langstreckenkomfort und möglichst niedrigem Verbrauch - Voilá, da blieb außer dem Mondeo 2.0 Ecoboost mit PS nix mehr übrig. Da waren noch viele andere Kleinigkeiten, aber das bis hierhin genannte waren die wichtigsten Kriterien.
    Das ist keineswegs mein Traumauto, sondern schlichtweg der beste aller schlechten Kompromisse.
    OH

    Na, du bist ja gut drauf. Es ist mal wieder der Verbraucher Schuld an allem.
    Der, und nicht die verantwortlichen Fachleute, überblickt natürlich alles, kennt alle Zusammenhänge und kann sich einobjektivers Urteil bilden.

    Klar, wird einem ja bei Nahrungsmitteln ("Billigfleisch") und bei Klamotten genau so unterstellt.

    Ich weiß z.B. nicht unter welchen Bedingungen Addidas irgendwo nähen läßt, du sicher!

    Meine Holde meint immer, ich wäre drauf genauso gut wie drunter. Aber lassen wir das...
    Es ist nicht DER Verbraucher schuld sondern die Gesamtheit der Verbraucher, denn die bestimmt letztendlich, was sie von Industrie und Handwerk vorgesetzt bekommt. Da kann es nicht schaden, wenn man mal so ein büschen sein tagtägliches Verhalten reflektiert und sich bewusst für das eine und gegen das andere entscheidet. Das tue ich in der Tat regelmäßig und erst recht wenn es um große Anschaffungen, wie Haus oder Auto geht oder um Gesundheit und Wohlbefinden.
    Dir scheint ja auch nicht unbekannt zu sein, dass es ein Problem mit billig produzierten Lebensmitteln oder Kleidungsstücken geben kann. Also warum nicht sich weiter informieren und auf dieser Basis sich dann bewusst entscheiden? Natürlich findet man nur selten das Optimum, aber ein guter Kompromiss ist doch auch schon aller Mühe wert.
    OH

    (Kurtaxe)

    Die wird nicht für die frische Luft erhoben, sondern für die öffentlichen Kureinrichtungen, Kulturveranstaltungen, besondere Reinhaltung etc..

    Durfte ich keinen Diesel für Kaufen?

    Diese Frage kannst nur du für dich selbst beantworten, aber bei den meisten in meinem Bekanntenkreis, bei denen diese Frage in ähnlicher Form gestellt wurde, kann die Antwort nur "Nein!!!" lauten. Der Diesel wurde gemeinhin als günstig betrachtet, was bei Zusammenrechnen aller Kosten sich oft als Irrglaube herausstellt. Selbst andere Argumente wie Anhängelast, Laufleistung o.ä. lassen sich bei genauer Betrachtung kaum weiter aufrecht erhalten.
    Ich kann nur für mich sprechen und ich habe mir die Wahl meines Autos nicht leicht gemacht. Ich wusste, dass ich tagtäglich eine größere Strecke zu absolvieren hatte und habe mich trotzdem gegen den Diesel entschieden, weil mir dessen Probleme mit der Umwelt bekannt waren. Ich bin mit meiner derzeitigen Wahl nicht zufrieden, nicht etwa, weil der Ecoboost mehr Sprit benötigt als ein vergleichbarer Diesel, sondern weil es dieses Fahrzeug nicht mit einem Partikelfilter gibt (nicht einmal zum Nachrüsten). Das mir das wichtig ist, hat nix mit einem grundsätzlich grünen Gewissen zu tun, sondern einfach damit, dass ich bereits eine nahe Verwandte an den Lungenkrebs verloren habe und eine weitere mit COPD buchstäblich auf dem letzten Loch pfeift.
    Wer so etwas hautnah miterlebt hat (und ich wünsche das keinem), der weiß die Bemühungen um saubere Luft durchaus zu schätzen.
    OH

    Wie willst Du denn ohne vergleichbare Messwerte eine Bewertung durchführen?

    Das macht man normalerweise, indem man Toleranzfelder definiert. Natürlich hat man sich in der Vergangenheit auf die Prüfstandsläufe gestützt. Das aber doch nur, weil es einfacher umzusetzen ist. Da trifft mal wieder der Spruch zu: gut gedacht ist das Gegenteil von gut gemacht.
    Es geht aber auch nicht darum, im realen Fahrbetrieb die Prüfstandsergebnisse zu 100% zu treffen, sondern um die Einhaltung der Intention der Luftreinhalteregeln. Das kann nicht geschehen sein, wenn wir Abweichungen von 200% und mehr haben.

    Man muss sich dabei vor Augen führen, dass gefordert ist, dass der Stickoxidgehalt der Luft 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten darf, der Grenzwert für Euro 6 Diesel bei 80 Milligramm/Km und für Euro 5 bei 180 Milligramm/km liegen. Abgesehen von der Tatsache, dass zwischen Milli- und Mikrogramm der Faktor 1000 liegt kann bei mehrfacher Überschreitung der Abgasgrenzwerte der geforderte Luftreinhaltwert bei der derzeitigen Verkehrsdichte niemals erreicht werden. Das muss jedem klar sein, der nur halbwegs denken kann und genau aus diesem Grund wurde der Intention des Gesetzes nicht Genüge getan. Es würde mich sehr wundern, wenn auch nur ein Gericht, vor dem ein Fahrverbot für Diesel verhandelt wird, dies anders sehen würde.
    OH

    @baba1706
    Die EU? Der Staat? Wer denn da jetzt genau? Statt solchen nebulösen Gebilden oder Gruppierungen nachzuhängen sollten wir alle dem Motto frönen: "L'etat, c'est moi!". Wem etwas nicht passt, der kann sich in unserer freien Gesellschaft engagieren und mit anderen zusammenschließen, um etwas zu bewegen.
    Wo ist da das Problem? Ganz einfach: es sind die Mehrheitsverhältnisse!

    In Deutschland leben knapp 83 Millionen Menschen und 100% von denen atmen. Dagegen verzeichnen wir 2016 knapp vier Millionen KFZ-Neuzulassungen und etwa 50% davon entfallen auf Diesel und die Mehrzahl davon wiederum auf PKW. Und das alles vor dem Hintergrund, dass wir bereits seit Jahren eine Diskussion um die Abgase von Dieselfahrzeugen führen (die entsprechenden Gesetzgebungen dazu sind ja nicht erst gestern entstanden). Trotzdem haben sich letztes Jahr immer noch etwa zwei Millionen Mal Menschen in Deutschland für einen Diesel-PKW entschieden. Und in den Jahren davor war das ja nicht anders. Und ähnlich verläuft das auf dem Gebrauchtwagenmarkt. All diese Käufer sind zum großen Teil jetzt jene, die sich betrogen fühlen und ich stelle mir die Frage, warum das so ist.

    Keiner von denen würde ein Haus bauen, das mit Formaldehyd haltigen Deckenplatten ausgestattet ist, weichmachergesättigte PVC-Trinkwasserrohre oder in jedem Raum eine offene Feuerstelle ohne Rauchabzug hat. Warum? Da geht es unmittelbar um die eigene und um die Gesundheit der Familie. Die Hütte könnte noch so günstig sein, es wollte sie keiner haben. Bei der heiligen Kuh Auto scheint das genau umgekehrt zu sein: Je "dreckiger" die Karre, umso geiler!
    Die Luft zum Atmen ist eine der wenigen Ressourcen, die derzeit vordergründig noch kostenfrei zu haben ist. Das bedeutet aber nicht, das sie nicht ein kostbares Gut ist und dementsprechend zu schützen. Da brauche ich dann auch nicht zum nahen oder fernen Nachbarn zu schielen, erst recht nicht, wenn die dasselbe tun. Dann wird nämlich vor lauter Beäugen gar nix passieren. Statt dessen lieber mal ab und an den kategorischen Imperativ anwenden .
    OH

    Genau das ist der springende Punkt. Diese Vorschriften wurden ja erlassen um vergleichbare Werte für die Fahrzeuge zu bekommen.

    Die Grenzwerte wurden aber gewählt, damit der EU-einheitlichen Luftreinhaltegesetzgebung Genüge getan wird. Wenn dann im Fahrbetrieb ein Mehrfaches der Grenzwerte ausgestoßen wird, dann wurde dem Sinn des Gesetzes eben nicht entsprochen - egal ob nun mit oder ohne Abschalteinrichtung.
    OH

    Selbst normale Postkarten können ewig dauern.

    Da war dieser Tage jemand von der Post im Radiointerview genau zu diesem Thema. Der hat erklärt, dass das immer dann auftritt, wenn man in England nicht mit Royal Mail versendet. Dann geht der Versandauftrag an irgendeinen Drittanbieter, der dann wiederum diese Aufträge an den günstigsten Subunternehmer weiterreicht. Der kann dann auch schon mal von den Philippinen stammen und die Post zentral sammeln, um sie dann auf einen Schlag zu bearbeiten und weiterzuleiten.
    OH

    erfüllen die gültigen Abgasrichtlinien

    Das ist der entscheidende Halbsatz! Die Abgasrichtlinien werden erfüllt - aber nur auf dem Prüfstand in dem zu prüfenden Fahrzyklus. Im täglichen Fahrbetrieb bei Kreti und Pleti kommen bei (fast) allen völlig andere Werte heraus. Das wird auch der Aufhänger für die nächsten Dieselfahrverbote werden.
    OH

    Wie war das mit den Äpfeln und den Birnen

    Tja, wie war das denn genau? Meine Holde fährt auch ein LPG-Auto
    und lag auch etwa 20% über meinem Verbrauch - bis wir dann mal eine Woche lang noch einmal Fahrschule gemacht haben. Da bin ich dann gefahren und drückte den Verbrauch auf Anhieb 10% unter den meines Autos. Wohlgemerkt, beides sind Mondeo 2.0, meiner ein 2.0 Ecoboost mit PS, ihrer ein MK3 Saugbenziner mit Schaltgetriebe. Die ca. 60 Liter Nettovolumen in ihrem LPG-tank reichen für mehr als 700 Kilometer und kosten immer unter 30 Euro. Dafür kannst du keinen Diesel fahren, denn unter dem Strich wären für einen vergleichbaren Grünplakettendiesel deutlich höhere Kosten/km zu berappen. Das haben wir schon ausgerechnet.

    Bezüglich der Dieseldiskussion um den Diesel gibt es hier einen lesenswerten Artikel


    Leider lässt der Autor hier jeglichen technischen Bezug vermissen. Wer sich mit den einfachen innermotorischen Vorgängen beim Diesel befasst, wird sehr schnell merken, dass das Spannungsdreieck Leistung - Verbrauch - Schadstoffe beim Diesel sehr schnell sehr komplex wird. Ich gehe mit ihm konform in der Aussage, dass man nicht generell eine beliebige Technologie aus der Diskussion oder gar den Überlegungen ausschließen sollte. Gerade für das Thema Feinstaub und "moderne" Diesel hätte ich mir im Hinblick auf seriösen Journalismus aber eine etwas differenziertere Blickweise gewünscht. Das Märchen vom sauberen, starken und sparsamen (PKW)Diesel wird meines Erachtens auf absehbare Zeit auch ein solches bleiben.
    OH

    also hast auch du keine alternative bzw Lösung!!!!!

    Nur weil dir meine Alternativen nicht gefallen, heißt das nicht, dass es keine sind.

    Leider ist eine Umrüstung auf LPG in Zukunft auch nichtmehr wirklich lohnenswert, da die Steuerbegünstigung ende 2018 aufgehoben werden soll.

    Da bist du leider falsch informiert, wie man hier nachlesen kann. Selbst wenn bis 2023 der Preis um 15 Cent pro Liter steigt, liegst du immer noch deutlich unter dem Dieselpreis.
    OH