Starterkabel hab ich mir mal selber gebaut so ca.7-8m lang, hab ich schon manchmal gebraucht um Bekannten aus der Patsche zu helfen,
Ich denke das wird auch mein Weg sein, wenn auch nicht in dieser Dimension. Das gros der Kabel auf dem Markt ist Schrott, so wie meines was ich mir vor 5 Jahren mal gekauft hatte weil beim meinem alten an der Zange das Plastik spröde geworden war und brach.
Wie immer gehe ich das ganze eher wissenschaftlich an, also bitte nicht maulen wenn das für den ein oder anderen übertrieben wirkt, aber so bin ich halt 
1) Die Vorschriften
Es muss gesagt werden: Generell müssen Starterkabel der DIN-Norm 72553 (oder ISO 6722) entsprechen. Die fordert isolierte Polzangen. Offene Ausführungen sind aus Sicherheitsgründen zu meiden und erhalten daher kein TÜV/GS Prüfsiegel. Ist ein solches dennoch angebracht handelt es sich um eine China-Fälschung.
2) Anforderungen an die Stromklemmen
2.1) Das Klemmen-Material
Die Zangenbacken sollten aus starkem Blech oder massivem Messing bestehen. Die Klemme hat einen Aufbau wie eine Wäscheklammer, in der Mitte eine Spiralfeder, sie sorgt für den notwendigen Halt der Klemme. Die Federkraft ist also entscheidend für einen sicheren Kontakt und die Positionierbarkeit der Klemme an Batterie oder Karosserie. Eine während dem Fremdstarten abrutschende Plus-Pol Klemme (womöglich eine unisolierte) kann für den Spender fatale Folgen durch Kurzschluß haben!
Eine Vollmaterialausführung ist hier praktisch Pflicht, damit die Klemmbacken sicher verbunden bleiben. Günstige Starterkabelklemmen sind aus Plastik und haben nur eine innen leitende "Lippe". Das Plastik wird mit den Jahren spröde und bricht dann leicht. Eine solche Klemme ist dann nicht mehr zu reparieren und im Einsatzfall unbrauchbar.
2.2) Die Klemmen-Ausführung/Kontaktfläche
Für Starterklemmen sucht man meist vergebens nach einer dafür vorgesehenen Kontaktstelle. In der Regel klemmt man die irgendwo auf wo man glaubt eine ordentliche und haltende Verbindung hin zu bekommen. Meist ist dann die Auflage/Kontaktfläche nur recht gering, zumindest wenn man bedenkt das darüber später mal bis zu 800 A für den Startermotor fließen sollen... Ideal wäre es wenn am Fahrzeug eine flache "Blechlippe" vorhanden wäre, dann könnte eine solche Klemme einfach flach auflegen, was eine fast perfekte Verbindung darstellen würde. Oder noch besser, eine international genormte Steckverbindung dafür... ach, träum weiter!
Man findet Klemmen die rundliche Backenformen aufweisen, was meiner Meinung nach nur für Pol-Stifte von ausgebauten Batterien taugt. Im eingebauten Zustand hat man in der Regel eher breite, massive Kontaktbleche welche zu den Hauptsicherungen führen. Oft so verkantet das man maximal seitlich einen guten Kontakt findet. Und hier kommt schon das nächste wichtige Kriterium für die Klemme:
2.3) Die Klemmen-Spannweite
Was nutzt es wenn die Klemme vorn nur wenige Zentimeter weit aufgeht und man sie nicht da befestigen kann wo es sinnvoll wäre? Richtig, man klemmt es irgendwo klein und knapp an einen Kante, immer mit der Gefahr das dabei die Federkraft so gering ist das sie Klemme garnicht hält oder bei der geringsten Berührung von Klemme oder Kabel abrutscht.
Daher unbedingt darauf achten das die Backen maximal weit aufgehen. 4-5 cm sollten es schon sein.
2.4) Der Kabelanschluß
Fast das Wichtigste Kriterium der Klemme überhaupt. So oft sehe ich einfach nur "angequestschte" Leitungen. Klemmen, bei denen Kabel direkt angequetscht werden sind nur aus Kostengründen so designed und sollte man meiden. Dabei rede ich nicht von einer guten, sauberen Quetschung, wie man sie bei Kabelschuhen, etc. herstellen könnte. Die meist großen Querschnitte liegen dann nur mit ein paar Adern quasi loose auf den Klemmbacken. Das ist nicht nur sinnlos sondern auch gefährlich, denn durch die hohen Ströme und den effektiv niedrigen Querschnitt in Kombination mit einem hohen Übergangswiderstand kann das ganze so heiß werden das es abfackelt. Eine gute Klemme verfügt über einen Schraubanschluß für einen solchen, ordentlich aufgequestschten Kabelschuh:

So führen Elektro-Profis das aus.
3.) Anforderungen an das Kabel
3.1) Strombelastbarkeit (Material und Querschnitt)
Wohl das wichtigste Kriterium. Wenn wir von einer Maximalbelastung ausgehen liegen wir beim Diesel-Anlasser bei typischen Startströmen von bis zu 800 A. Da spielen selbst die Vorglühkerzen mit ihren 10-15A pro Kerze fast keine Rolle mehr. Aber dies ist in der Tat nur ein Spitzenwert, ein Kabel welches 800 A dauerhaft(!) leiten könnte müsste einen Querschnitt von 500-600 mm² haben
Ein guter Kompromiss muss her und der liegt bei 25 bis 50 mm² (reines Kupfer).
Da Kupfer teuer und schwer ist, kommt auch gern kupferummanteltes Aluminium zum Einsatz. Aluminium ist in der Elektrotechnik weit verbreitet, also grundsätzlich kein Qualitätsmangel. Es leitet ebenfalls gut den Strom, ist günstiger und vor allem leichter. Aber es bricht auch schneller und ist nicht so flexibel wie reine Kupferleitungen! Beachten sollte man das ein Alu-Kabel im Vergleich zum Kupfer-Kabel einen deutlich höheren Querschnitt haben muss., z.B. entspricht eine 16 mm² Kupfer-Leitung einer 25 mm² Alu-Leitung.
25 mm² (reines Kupferkabel) sollten es meiner Meinung nach mindestens sein, alles darunter ist eher einer Heizdraht. Ob man nun zu 35 oder gar 50 mm² greift hängt vom eigenen Geldbeutel ab, sinnvoll ist es meiner Meinung nach nicht. Daher würde ich zu 25 mm² hochflexiblem Kupfer greifen.
3.2) Flexibilität und Isolation
Vielleicht eher eine Komfortfrage. Bei billigen Starterkabeln findet man aber oft eine recht harte Isolation. Wenn die aufgrund mangelnder Qualität bricht kann es ebenfalls gefährlich werden. Zudem lässt sich ein hochflexibles Kabel einfach besser aufwickeln.
3.3) Die Länge
Ja, es kommt auf die Länge an
Viele Kabel sind einfach zu kurz und man muss vis-a-vis Spender/Pannen-PKW stehen oder sogar seitlich, je nach Einbauort der Batterien. Eine Länge von 4 m sollte das Kabel schon haben, wer es super-bequem mag kann auch auf 6 m gehen, dann kann man auch von einem dahinter geparkten Spender-PKW bequem versorgt werden.
FAZIT
Mein ideales Starterkabel hätte 35 mm² Querschnitt, bestünde aus reinem, hochflexiblen Kupferkabel mit weicher/Gummi-Isolation und hätte eine Länge von 6 m. Die Klemmbacken wären Vollmaterial, zumindest auf den Auflageflächen. Ein solches Kabel auf dem Markt zu finden wird nicht einfach und vor allem nicht billig. Ich schätze da wäre ich schon im Werkstattbereich bei guten 100-150€. Daher werde ich mir eher eines selbst bauen.