Das gilt nur für Beläge. Bremsscheiben gibt es genau eine für den MK4.
Grundsätzlich sollte man sich bei Bremsen Folgendes zu Herzen nehmen: In aller Regel werden sie während der ersten oder den letzten tausend Kilometern ruiniert.
Was heißt das? Neue Beläge und Scheiben müssen sich erst einmal aufeinander einlaufen und damit ein Tragbild entwickeln. Normalerweise reichen dazu tausend Kilometer und nur bei verschleißarmen Kombinationen kann es etwas länger dauern. Dummerweise erklärt das dem Kunden kaum noch jemand und so denkt jeder, dass er mit frischer Bremse nun auch wieder ordentlich Gas geben kann. Dass sich eine Scheibe (trifft aber für Trommeln noch mehr zu) aufgrund einseitiger thermischer Belastung verzieht, liegt in der Natur der Dinge. Das kann sich auch erst nach mehreren tausend Kilometern auswirken, denn Hitzeschäden werden oftmals durch zunehmendes Tragen der Beläge auf der Reibfläche kompensiert und treten erst mit zunehmendem ganzflächigem Verschleiß der Scheibe wieder zu Tage.
Dann heißt es schnell: "Das ist ja alles Billigkram!" und zur Abhilfe wird auf das vermeintlich gute Zeugs von anderen Anbietern zurück gegriffen.
Das besteht dann nicht selten (und hier ja auch zu lesen) aus gelochten oder gerillten Scheiben und/oder besonders aggressivem oder verschleißfreudigem Belagmaterial. Das dann die Bremse nur halb so lange hält, davon sprechen anschließend nur die Wenigsten.
Dagegen glaubt jeder, dass er problemlos an seiner Bremse herumschrauben kann, "denn so schwierig ist das ja nicht". In der Tat hält sich die Anzahl der Handgriffe dazu in Grenzen, aber das heißt nicht, dass man nicht erhebliche Kenntnisse der Fahrzeugtechnik haben sollte. Welcher Laie weiß denn schon, welche Teile wie gereinigt werden sollen und dürfen? Was kann man dem Tragbild von Scheiben und Belägen entnehmen? Wann ist ein Sattel oder Belagträger defekt und wie sehen diese Teile aus, wenn sie in Ordnung sind? Nicht selten hapert es schon an der Frage, welche Stellen wie gefettet werden sollen und dürfen. Eine Vermessung von Scheiben auf Schlag und Dickenabweichung darf man da erst gar nicht erwarten oder auch die Prüfung der Radlager.
Den meisten erscheint das hier oberlehrerhaft und nicht kooperationsbereit, wenn bei solchen Reparaturen auf die Werkstatt oder zumindest den Sachkundigen verwiesen wird, aber das hat schon seine Gründe. Hat der dann sein Bestes gegeben, heißt es für den Fahrer: Auf den ersten tausend Kilometer mit neuen Scheiben oder Belägen Vollbremsungen vermeiden und den Gasfuß im Zaum halten. Dann klappt das auch mit der Bremse.
OH