Ich bin immer wieder erstaunt, wie der deutsche Michel sich aufplustern kann. Der Ansatz der CSU war ja, mit der Maut eine Verkehrsinfrastrukturabgabe einzuführen, die dann der Instandhaltung von Straßen und Brücken zu gute kommen sollte. Wie der ein oder andere sich vielleicht erinnern mag, haben wir bereits solche Abgaben (Mineralölsteuer) und was mit denen geschehen ist, seit sie eingeführt wurden, sollte eigentlich auch jeder wissen. Diese Diskussion um die PKW-Maut ist also offensichtlich eine Ersatzdebatte, die am eigentlichen Thema der korrekten Verwendung von Steuermitteln vorbei geht.
Noch absurder erscheint mir allerdings die nicht nur hier aufkommende "Auge um Auge" Laberei. Wo soll das denn hinführen? Eine weitere Maut führt nicht zu mehr Miteinander in Europa, sondern zu mehr Separatismus. Das mag wohlfeil erscheinen, wenn man auf Stimmenfang am rechten Rand des Politspektrums ist, eine Lösung zeigt das aber keinesfalls auf. Wer die Augen und Ohren im Tagesgeschäft offen hält, dem muss eigentlich auffallen, dass sich weltweit politische Blöcke und Wirtschaftsräume bilden, die miteinander im Wettbewerb, ja sogar Kampf stehen. Die Devise muss in einer solchen Situation dann Zusammenrücken heißen und nicht jeder für sich.
Wir haben es in den letzten 60 Jahren an die Spitze der Weltwirtschaft geschafft, ohne dass wir eine Maut gebraucht hätten und ich sehe nicht, was sich geändert hätte. Was wir brauchen ist weniger Bürokratie, weniger Hindernisse, aber viel mehr Hirn. Dieses "mir san mir" Stammtischgetöse kotzt mich an und wohin das führt, kann man sich in Rußland oder Nordkorea ansehen.
Ich habe (bestimmt noch nicht) fertig!
OH