Du machst ja einen Kaufvertrag fertig den unterschreibt jeder mit Datum und Uhrzeit der Übergabe ! damit wäre das dann bestätigt
Das bringt alles nix! So erging es einem meiner früheren Kollegen. Der hatte sein Auto auch mit allem Zipp und Zapp verkauft und natürlich mit Schildern und angemeldet. Schon kurz nach der Übergabe bekam er Post aus Stuttgart, wo sein altes Auto direkt dutzendweise mit heftigen Tempoverstößen geblitzt worden ist. Er wähnte sich ja mit dem Kaufvertrag, Übergabeprotokoll und Kopie des Persos auf der sicheren Seite. Also nette Ablehnung geschrieben, Kopien der Dokumente beigelegt und an die Herrschaften vom Amt geschickt.
Es dauerte nicht lange, da kam Post zurück - vom Staatsanwalt. Der angebliche Käufer sei an der im Kaufvertrag genannten Adresse nicht wohnhaft und als Person bundesweit nicht zu ermitteln. Gegen meinen Kollegen würde nun nicht nur wegen der Verkehrsverstöße ermittelt, sondern auch wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung.
Die Sache war noch nicht richtig angelaufen, da bekam er wieder Post. Diesmal von seiner Versicherung. Sein altes Auto hatte einen erheblichen Parkschaden verursacht und da das Auto nicht beim Straßenverkehrsamt abgemeldet wurde, war der Versicherungsvertrag noch wirksam. Das bedeutete, dass sein neues Auto einen anderen Vertrag als Zweitfahrzeug bekam, er weiter die Prämie für sein altes Auto bezahlen musste und diese auch noch aufgrund des verursachten Schadens angestiegen war.
Etwa drei Monate nach dem Verkauf standen dann eines Abends zwei Herren von der Kriminalpolizei vor seiner Tür und baten ihn aufs Revier. Dort wurde er dann einem mehrstündigem Verhör unterzogen, in dessen Verlauf sich dann für ihn herauskristallisierte, dass sein altes Auto in einen Bankraub im Ausland verwickelt war. Sein Glück im Unglück war, dass seine Ehefrau beim Verkauf dabei war und die Aussage ihres Mannes diesbezüglich bestätigen konnte.
Schließlich tauchte sein Auto irgendwo in Niedersachsen als ausgebranntes Wrack wieder auf. Dreimal dürft ihr raten: Da er der letzte eingetragene Halter des Fahrzeugs war, schickte man ihm die Rechnung für die Entsorgung.
Er hat zwar alle Vorwürfe vollständig aufklären können, aber das hat ihn anderthalb Jahre viel Lauferei und noch mehr Geld gekostet. Der Fall liegt etwa zwanzig Jahre zurück, aber seit dem weiß ich: Wer den ultimativen Nervenkitzel sucht, soll sein Auto angemeldet und mit Kennzeichen verkaufen.
OH