Beiträge von Onkel Henry

    Ob repariert werden soll oder du dir ein neues Auto kaufst, kannst nur du selbst entscheiden, denn wir können nicht über deinen Geldbeutel bestimmen. An BBG-AE185s Mondeo kann man erkennen, welches Potenzial (über 400k km) in dem Auto steckt, wenn man es halbwegs pfleglich und mit Sachverstand behandelt. Gerade an letzterem scheint es aber bei deinem derzeitigen Händler zu hapern und daher würde ich zumindest in diesem Punkt dringend zu einem Wechsel raten. Das er Bremsenrubbeln bzw. dessen Ursache und das schwammige Fahrverhalten als nicht relevant einstuft, ist für mich unbegreiflich und persönlich halte ich so wenig Sachkenntnis sogar für gefährlich. Die Häufung der Mängel ist wohl nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen.
    Inspektion mit Zahnriemenwechsel und ZMS mit Kupplung (oder doch Turbolader?) katapultieren die Reparaturen direkt satt in den vierstelligen Bereich. Dazu kommen die Längslenkerbuchsen, die DPF Schläuche, evtl. der DPF Sensor, neue Scheiben und Beläge vorn, ein neuer Bremssattel, Bremsflüssigkeitswechsel, hoffentlich nur eine Instandsetzung des Kabelstrangs und ein Update fürs Navi - wenn man da einen Strich drunter zieht und man Teile und Arbeit günstig einkaufen kann, bewegt sich das immer noch im Rahmen um die 3500 - 4000 Teuros. Nun kommst du...
    OH

    Ein entscheidender Faktor wurde hier nicht beachtet: Der Flexifuel hat größere Einspritzventile, die kompensieren sollen, dass Ethanol einen niedrigeren Energiegehalt hat, als Benzin und damit das Gemisch mit mehr Kraftstoff angereichert werden muss (9,7:1 statt 14,7:1). Wenn dies beim Mapping der Leistungssteigerung nicht ausreichend beachtet wurde, kann das zu den beschriebenen Problemen führen. Man muss sich vor Augen führen, dass die Werte aus dem Fahrbetrieb gespeichert werden und das Modul daraus Korrekturwerte errechnet, die bei falschem Mapping (für reine Benzinmotoren) auch zu falschen Ergebnissen führen. Ethanol betriebene Motoren benötigen überproportional hohe Einspritzzeiten, um ein fettes Gemisch zu erreichen. Nimmt man dieses Basísmapping und adaptiert es so, dass noch mehr Kraftstoff eingespritzt wird und kombiniert das noch mit dem LPG, führt das dann zu einer falschen Anfettung im Leerlauf. Gerade bei diesem Motor ist das Problem ausgeprägt, da der über keinen Luftmassenmesser als Korrekturfaktor verfügt.
    Man kann also nur dringend von einem "Tuning" eines Flexifuelmotors abraten, zumal die Ausbeute sich dort sowieso in ziemlich engen Grenzen halten dürfte.
    OH

    Mit Achsmanschette meinst du die Gummimanschette um das äussere Gleichlaufgelenk der Antriebswelle? Wenn du die tauschen willst, muss die Antriebswelle ausgebaut werden oder zumindest der Achsschenkel soweit gelöst werden, dass du die Manschette runterziehen kannst. Dabei kommen mehrere Spezialwerkzeuge zum Einsatz, was die Reparatur für Laien schwierig gestaltet. Die Werkstatt ruft dafür knapp andethalb Stunden auf, womit sich das Selbermachen meines Erachtens kaum lohnt, zumal du ja die Manschette selbst ja auch nicht preiswerter im Netz gefunden hast.
    OH

    Ich würde erst einmal eine Druckverlustprüfung machen, um festzustellen, ob und wo es bei deinem Motor durchpfeift. Verschlissene oder festgebackenen Kolbenringe sollten da auffallen. 2000,- Teuros in den Motor zu stecken, erscheint bei der Laufleistung und dem Alter des Autos kaum sinnvoll. Da wäre es vielleicht ökonomischer, sich nach einem Gebrauchtmotor mit geringerer Laufleistung umzusehen.
    OH

    30kpa sind ja 0,3bar und das wäre in etwa der Wert, der sich im Leerlauf bei geschlossener Drosselklappe zeigt. Die 95 kpa vom MAP dürften dem Umgebungsdruck entsprechen. Wird die Drehzahl nun erhöht, indem die Drosselklappe sich öffnet, erhöht sich der Druck beim BARO während der des MAP kurz absinken müsste, um dann bei Einsatz des Turbos über 1 bar (=100kpa) anzusteigen. Wenn du da kontinuierlich 95kpa anliegen hast, dann ist entweder der Sensor hinüber oder du hast ein massives Leck im Ansaugsystem. Noch deutlicher müsste das unter Last zu Tage treten.
    OH

    Der Motor hat zwei Ansaugdrucksensoren. Der erste sitzt am Eingang des Ladeluftkühlers und misst dort Druck und Temperatur. Das ist der MAP-T Sensor.
    Der zweite sitzt direkt in der Ansaugbrücke und misst dort den tatsächlichen Druck, mit dem die Luft in den Brennraum strömt. Das ist der BARO oder aber Boost Pressure Sensor.
    OH

    Das sind alles nur Worte, darum noch einmal explizit: Wie hoch ist der Ansaugkrümmerdruck
    1. im Leerlauf,
    2. bei 2000/min ohne Last
    3. bei 2000-4000/min mit Last
    gemessen a) über BARO, b) über MAP und c) über externes Manometer
    Da müssten dann also mindestens neun Messwerte rauskommen!
    Wenn das Wastegate angesteuert wird, bewegt sich dann die Betätigungsstange?
    Befindet sich Öl im Ansaugsystem und wenn ja wieviel?
    OH

    auf Verdacht wurden Saugrohrdrucksensor, Ladeluftsensor, Turboladerdrucksensor und LLM getauscht.

    Auf Verdacht tauschen ist immer gut - für den, der die Teile vertickt.

    Ich hoffe einer kann mir weiter helfen hier .

    Dann fangen wir mal mit den Basics an:

    • Wer hat womit ausgelesen?
    • Gibt es noch weitere Fehlercodes?
    • Kann ausser dem Auslesen eine weitere Diagnose durchgeführt werden?
    • Wenn ja, wie sieht die Ladedruckkurve unter Last aus?
    • Pfeift der Turbolader ungewöhnlich laut?
    • Wurden die Schläuche des Ansaugsystems auf Beschädigungen geprüft?
    • Befindet sich Öl im Ansaugsystem und wenn ja wieviel?
    • Wann wurde der Luftfilter zuletzt getauscht und welcher wurde vebaut?
    • Gibt es ausser dem Leistungsverlust weitere Symptome die zeitgleich oder in letzter Zeit aufgetaucht sind?

    Am besten wäre ja, wenn du statt der Rumprobiererei dich mal zu einer gescheiten Diagnose durch jemand Fachkundiges durchringen könntest.
    OH

    Nach meiner Erfahrung halten die Nivomaten länger als 12 Jahre, unter anderem deswegen wollte ich sie in meinem Auto haben. Da relativiert sich der Mehrpreis und es erklärt sich auch, warum die so gut wie nie im Aftermarket auftauchen.
    Ich meine wir hätten hier schon einmal jemanden gehabt, der hat die große Lösung mit Austausch der Achsschenkel gemacht.
    OH

    Da gibt es keinen Trick, du hast es einfach falsch angeklemmt. Das Standlicht wird ausgeschaltet, wenn du das Abblendlicht einschaltest und dabei ist es egal, ob du das manuell machst oder die Automatikfunktion.
    Das Tagfahrlicht soll ja leuchten, sobald das Fahrzeug in Betrieb genommen wird und demnach muss das auf geschaltetes Plus gelegt werden. Bei deiner derzeitigen Konfiguration würde das Tagfahrlicht ja nur leuchten, wenn du den Lichtschalter auch auf das Standlicht umschaltest, was ja bekanntermaßn in Deutschland während der Fahrt verboten ist.
    Gab es denn zu dem Set keinen Schaltplan?
    OH

    Die Befestigungsschraube unten für die Standarddämpfer ist eine M14, aber die für Nivomaten habe ich noch nicht in der Hand gehabt. Sollte das tatsächlich eine 16er oder sogar größer sein, passt die 14er natürlich nicht so einfach. Entweder du musst den Achsschenkel tauschen oder einen Gewindeeinsatz (z.B. Helicoil) dort fachgerecht einsetzen. Dazu muss der Hersteller aber grünes Licht geben, dass der Einsatz für diesen Zweck geeignet ist. Schon der Standarddämpfer wird mit 175 Nm festgezogen und das muss der abkönnen zusätzlich zu Wasser, Salz und sonstiger Verschmutzung.
    OH

    Spezialwerkzeug benötigst du keines, aber im Bereich der Befestigungen könnte es Unterschiede geben. Länge und Durchmesser der unteren Schraube könnte anders sein und das Domlager mit der Aufnahme für den Dämpfer. Also vor dem Losschrauben vielleicht erst einmal vergleichen.
    BTW: Wieviel hätten denn die Nivomaten gelaufen? Vielleicht bin ich ja daran interessiert, die zu übernehmen.
    OH