Die kleinen Motore sind ja dafür bekannt auch mal kaputt zu gehen. Das sind ja bürstenmotore und da liegt die Schwachstelle. Dazu dann die genannten Klimabedingungen (kalt, feucht) und den dadurch erhöhten Kraftaufwand beim verfahren.
Um in eine genauere Störungsdiagnose zu gehen müsste man die Türverkleidung entfernen. Ob digdog in dieser Jahreszeit Bock hat hängt wohl stark vom Leidensdruck und von einer möglichen warmen Werkstatt ab
Interessant wäre es aber allemal um was zu lernen.
Der Anklappmotor im Spiegel ist am Spiegelstecker zwischen Pin 3 und 4 verbunden (auf beiden Seiten gleich). Man könnte also mit einem Labornetzteil bei dem man Spannung und Strom einstellen kann (CV, CC Funktion) mal austesten was der Motor so braucht um ordentlich zu arbeiten und messen was aktuell dort am Stecker ankommt.
Elektronisch werkelt in unseren Türmodulen zentral ein L9950XP von ST. Das ist ein sog. "Door actuator driver". Der Aufbau entspricht weitestgehend der Applikation-Note aus dem Datenblatt, hier mal das Blockdiagramm dieses Chips:
Grob kann man sagen das nur der Mikrocontroller im Türmodul mit einem Spannungsregler bestückt ist und die Hochstrom-Aktoren direkt von der Batterie versorgt werden. Am Ende hängt der Motor also an der Batterie. Schwächelt diese, schwächelt auch der Motor, bzw. die im L9950 integrierte Unterspannungs- oder Überlast-Erkennung (Blockade, zu hoher Stromfluß) schaltet ab.
OUT6 vom L9950 geht über den Türmodul-Stecker B-24 (BU/BN) "MIRROR-Y/FOLD OUT" auf Pin C1-3 vom Spiegelstecker zum Motor. Die Rückleitung kommt dann via Pin C1-4 auf B-17 (VT/BN) "MIRROR FOLD IN" zum OUT11 (Pin 2+35) de L9950. Somit weicht der Türmodulaufbau etwas vom App-Note ab. Die Spiegelheizung ist in unserem Modul mit einem separaten Mosfet (RSS065N03TB, 30V 6.5A) gesteuert.
Der L9950 überwacht also den Stromfluß und die verfügbare Bordspannung. Warum das funktional unterschiedlich wirkt beim automatischen anklappen und beim manuellen, darüber kann man nur spekulieren. Letztlich ist es auch eine Frage der Software im Türmodul ob und wie sie die Überlast erkennt. Gut möglich das die beiden Routinen dafür unterschiedlich mit dem Thema umgehen, das wird wohl eher ein Geheimnis bleiben denn ich glaube kaum das jemand sich die Mühe macht die Firmware zu Disassemblieren. Zudem kommt noch die Frage ob dieses Verhalten auch durch den Türmodul-Mod verursacht wird.
Grundsätzlich würde ich eher auf den Motor tippen, daher der Vorschlag den mal zu bestromen und zu schauen wie er reagiert. Vor allem wenn die Umweltbedingungen rau sind. Die Theorie der sich summierenden Übergangswiderstände ist nicht von der Hand zu weisen, wobei ich da eher an die außen liegenden Stecker denken würde. Daher kommt man um eine Messung direkt am Spiegelstecker und Türmodul kaum drum herum. Und wenn man schonmal soweit alles zerlegt hat sollte man vielleicht gleich einen Austauschmotor parat liegen haben... der Wechsel desselben ist im Wiki ja gut beschrieben, ist halt etwas Arbeit.