Zunächst einmal Respekt an den Thread-Ersteller für die Untersuchungen und auch fachlichen Betrachtungsweisen! Ich möchte dazu nur ergänzen:
Die PWM-Steuerung hat nicht nur den Hintergrund eines Spannungsreglers zur optimalen Lebensdauer (was ihr nicht unterschätzen solltet) sondern die Austastlücken werden vom Steuergerät auch dazu verwandt um einen Lampenfunktionstest durchzuführen.
Um den Strom eines Verbrauchers zu ermitteln gibt es verschiedene Methoden, die einfachste ist einen Widerstand in Reihe zum Verbraucher zu schalten und über diesem den Spannungsabfall zu messen, da er sich linear zum Stromverbrauch verhält (U=R*I und somit I=U/R und R sollte einigermaßen bekannt sein). Problem an der Sache ist, das durch den Spannungsabfall des Widerstandes bei hohem Stromfluß auch eine hohe Leistungsaufnahme und Verlustwärme ergibt (P=U*I). Das wiederum führt dazu das man den Vorwiderstand möglichst klein dimensioniert ("Shunt"), was aber wiederum hohe Anforderungen an die Meßschaltung stellt, denn dadurch ist auch die Spannungdifferenz sehr klein.
Jetzt will man bei einer Lampenüberwachung ja nicht wirklich eine Messung durchführen sondern lediglich feststellen ob diese noch geht oder nicht. Dafür wäre die genannte Meßmethode zwar tauglich, aber irgendwie auch völlig überdimensioniert. Hier gibt es einen anderen Ansatz. Man schaltet den Stromfluß für eine Minimale Zeit aus und nutzt diese Zeit um mit einem einfachen "Durchgangsprüfer" festzustellen ob überhaupt noch ein Stromfluß möglich ist. Anschließend schaltet man den Stromfluß wieder ein. Dabei nutzt man das Trägheitsmoment der Glühlampe (Glühfaden) aus. Dieser geht nämlich anders wie z.B. eine LED nicht sofort aus, sondern leuchtet auch ohne angelegte Energie noch eine kurze Zeit nach, bis er verglimmt. Der andere Effekt ist der das unser Auge (bzw. Gehirn) Veränderungen nur wahrnimmt wenn diese langsamer als ca. 40 Hz geschehen, also langsamer als 25 Millisekunden. Alles darüber empfinden wir bewusst als stabil.
Auf Grundlage dieser beiden Effekte muss die Messung also nur innerhalb einer Zeit kleiner als die 25 ms stattfinden können. Elektronisch ist das sogar in wenigen Mikrosekunden machbar. Und das schöne ist: dabei kann man mit einer beliebigen Prüfspannung und ohne nennenswerte Leistung arbeiten. Man macht im Grunde eine Widerstandsmessung, aber nur mit einer Prüfung auf Unendlich (=defekt, kein Stromfluß möglich) oder nicht Unendlich (=intakt).
Genau dafür werden diese PWM-Lücken verwendet. Ohne es geprüft zu haben wird aber durch den Kondensator eben dieser Schaltung auch dann ein Stromfluß zuggeriert, wenn das dahinterliegende Leuchtmittel defekt ist. Ich behaupte daher das man damit nicht nur die Lebensdauer seiner Glühlampen erheblich reduziert, sondern auch noch den Lampencheck übergeht.