Radlager bzw. gesamten Achsschenkel erneuern

  • Tja, ich weiß nicht, mich stört nach wie vor das die SKF-Lager so unglaublich schwergängig sind. Von einem Rollenlager erwarte ich normalweise das es butterweich läuft. Wenn ich mir die alten Lager anschaue dann kann ich die sehr leicht mit der Hand drehen. Ok, das sind keine "Fidged-Spinner", die laufen nicht nach, klar. Aber die SKF-Lager muss man richtig zum drehen zwingen. Und das Gefühl beim drehen ist auch irgendwie nicht "glatt".

    Leider habe ich nicht mehr im Kopf ob die vor dem Einbau genauso schwergängig waren, ich glaube aber schon, denn darüber hatte ich mich auch schon verwundert geäußert. Ich glaube nicht das die Lager DOA sind, aber vielleicht kann ein Lagerexperte mit Erfahrung hierzu mal was sagen?

    Ich frage auch weil ich seit kurzem ein mahlendes Geräusch im Fahrzeug wahrnehme, so aber 80 bis 100 km/h fängt das an. Kein wummern, sondern eher so sägend. Es kann aber auch mit den neuen Sommerreifen zu haben? Sind allerdings die die ich immer fahre, Michelin Primacy und solche Geräusche kenne ich eigentlich nicht. Es ist nicht laut, aber hörbar und mich nervt sowas ja kolossal, weil ich auch gern mal ohne Radio fahre. Vielleicht wechsle ich nochmal zum testen, aber Bock hab ich darauf eigentlich nicht... wäre aber die bessere Antwort als das die SKF-Lager defekt sind, oder ich sie trotz Spezialwerkzeug beim Einbau kaputt gemacht habe.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Irgendwie bin ich noch nicht so voll zufrieden. Zwar ist seit dem Wechsel von Federnbein, Querlenker und Achsschenkel/Radlager das eine knacken beim rangieren weg, aber ich habe immer noch ein Knackgeräusch drin. Ich kann es noch nicht reproduzieren, es tritt ab und zu mal auf wenn ich rangiere, vorwärts/rückwärts mit starkem Lenkeinschlag.

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    Albert Einstein

  • Ich kann es noch nicht reproduzieren, es tritt ab und zu mal auf wenn ich rangiere, vorwärts/rückwärts mit starkem Lenkeinschlag.

    Ist nicht immer so einfach.

    Habe ich beim Toyota vom Papa auch komische Geräusche, sporadisch. Manchmal habe ich das Gefühl, es ist Wetter und Last abhängig. Auch bis jetzt die Ursache nicht gefunden, kann alles mögliche sein. Habe die Suche aufgegeben, solange es nicht schlimmer wird.

    Erst 230 Tkm. Nachwuchs: Corsa F 1.5 Diesel (Leider kein passenden Fiesta Diesel gefunden)

  • Weil ich meine so mühsam eingepressten Lager ja offensichtlich gekillt hatte (Lehrgeld) muss ich den ganzen Spaß nochmal machen. Und es bewahrheitet sich was ich eigentlich ja wusste: wenn es schief reingeht, auch nur ein bischen und vor allem wenn es schwer geht, dann ist es mit Sicherheit hin und es dauert ein Weilchen bis man das hört.

    Jetzt muss ich also doch den umgekehrten Weg gehen, die Lager auspressen. Das könnte ich mit meinem Lagerpressensatz versuchen, das ist ja speziell für 82mm Lager und beide Richtungen, also raus und rein. Ein wenig wäre die Hoffnung das die neuen Lager nicht ganz so schwer rausgehen wie alte die seit 250tkm drin sind.

    Aber - wie immer, so einfach ist es nicht. Ich habe mir meine alten Achsschenkel mal hervorgeholt, die hatte ich extra für solche "Tests" aufgehoben. Den Abzieher montiert und es bewegt sich NICHTS. Das Prinzip ist so: man hat unten am innenteil des Lagers, da wo auch der ABS-Ring sitzt, eine Messinghülse, welche den Dorn zentriert, aber so beschaffen ist das die am inneren Kranz des Lagers aufliegt. Dann schraubt man von oben die geteilte Pressplate mit Stiften auf und die Mutter. Jetzt wird beim zusammendrehen quasi der innere Lagerteil nach oben gezogen, die Pressplatte drückt dabei gegen den Achsschenkel. So sollte sich also das Lager nach und nach rausziehen.

    Die Erwartungshaltung hierbei wäre das man nur den innenteil samt Radnabe rauszieht. Das Lager selbst müsste im Achsschenkel verbleiben. Bei anderen Fahrzeugen ist das Radlager unter der Nabe, außen oft noch mit einem Sprengring gesichert, den gibt es beim MK4 nicht. Man müsste das Lager samt Nabe eigentlich einfach komplett rausziehen können. Im Achsschenkel ist hinten nur eine Verjüngung der Durchmessers die quasi als Anschlag für das Lager dient, zumindest zieht man das Lager bis an diese Position rein, dann stimmt es:

    Hier nochmal das Werkzeug:

    (1) ist die Druckplatte, die hat unten 4 Löcher in die die Stifte (8) oder (10) passen, je nach Anwendung.
    (2) ist die geteilte Gegen-Druckplatte zum ausdrücken des Lagers aus dem Achsschenkel
    (3) ist die geteilte Gegen-Druckplatte zum eindrücken des Lagers in den Achsschenkel
    (4) ist die Messinghülse zum eindrücken. Diese sitzt innen am Achsschenkel und stützt sich außen auf den Rand desselben. Damit wird das neue Lager dann reingezogen. Die Kraft geht dabei auf den Außenring, innen am Achsschenkel
    (5) ist die Messinghülse zum ausdrücken. Diese wird auf der Innenseite des Radlagers angesetzt, der kleine Kranz liegt dabei innen im Lager.
    (6) ist die Kontermutter. 30er Schlüsselweite.
    (7) ist der Dorn mit dem unten liegenden 24er Kopf.
    (8) sind die kleinen Stifte
    (9) sind die Inbus-Schrauben zum zusammenhalten der geteilten Druckplatte.
    (10) sind die langen Stifte

    Beim reinziehen des Lagers mit Nabe in den leeren Achsschenkel ist es eben wichtig das man nicht oben auf die Radnabe drückt (rote Pfeile), sondern auf den Lagerring (grüne Pfeile):

    Und genau dafür ist die geteilte Druckplatte (3). Die wird unter dem Stehbolzenkranz zusammengebaut. Die Stifte gehen dann aussen dan der Radnabe hoch zur massiven Druckplatte (1). Unten kommt dann die große Messinghülse (4) welche eben rückseitig auf dem Achsschenkel aufliegt. Der Innenkranz der Messinghülse ist so beschaffen das man das Lager genau auf dieser Hülse "ablegt", dann sitzt es perfekt. Man kann es also dadurch nicht zu tief reinziehen.

    Für den Ausbau montiert man an gleichen Stelle die geteilte Druckplatte (2). Diese drückt dann außen auf den Achsschenkel und hat innen eine Aussparung die groß genug ist das das ganze Lager hindurchgleitet. Die kleine Messinghülse (5) wird dann von hinten auf den Innenring des Lagers gesetzt:

    (oder ist das eigentlich nicht schon die Radnabe?) Der Dorn und die Gegendruckplatte wird dann so montiert das die Messinghülste das Innenteil rausdrückt.

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    Albert Einstein

  • Also im Prinzip sollte es so laufen wie in dem Video hier bis Minute 5

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    Der Einbau ist ab Minute 11 gezeigt. Im Prinzip habe ich es genauso gemacht, sogar die gleiche Teleskop-Ratsche ;) aber wie ihr ja wisst zog sich das bei mir nicht gerade rein, warum auch immer.

    Und hier macht der Kollege im Video (was ich ansich wirklich gut finde) ab Minute 9 genau dasselbe:

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    außer das er da etwas brachialer mit einem Schlagschrauber ran geht. Wundert mich das das Werkzeug und vor allem das Gewinde das aushalten... Aber seine Karre sieht vom Zustand her aus als hätte sie doppelt so viel KM wie meine alten Lager. Und warum klappt es bei ihm?

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    Albert Einstein

  • Um den Achsschenkel vom Stoßdämpfer runter zu bekommen spreizt man den hinten mit passendem Werkzeug, klar. Aber trotzdem geht der dann oft nicht einfach runter. In zahlreichen Videos kloppen die dann lustig mit nem Hammer auf den Achsschenkel ein bis der abfällt.

    Das Federbein hängt oben ja praktisch nur im Domlager und das mit 3 Schräubchen im Blech. Eigentlich müsste das Domlager ja einiges aushalten, der Stoßdämpfer auch. Ist das so völlig unproblematisch?

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    Albert Einstein

  • Ist bei mir bisher jeden Falls nie schief gegangen. Und das war nicht gerade mit dem 200g Hämmerchen...

    Und das "entsprechende" Werkzeug ist in meiner Welt meist ein Meißel :crazy:

  • Also die 4 Stoßdämpferlager tragen doch das gesamte Fz. abzüglich der ungefederten Massen.

    Der MK4 darf "in voller Kriegsbemalung" 2,2 t auf die Waage bringen. Da tragen die 4 Lager also mindestens 2 t, statische Last wohlgemerkt.
    Ein paar vorsichtige Tupfer mit dem 2-kg-Fäustel machen da wohl nicht viel aus.:)

    Gruß aus Erfurt

    Schon der dritte vierte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

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