Batterie, Starterkabel und Jump-Starter (Powerbank)

  • Passend zur Weihnachtszeit singen wir alle gemeinsam: "Alle (5) Jahre wieder - gibt's ne Batterie - ja, da legst di nieder - mei wos iss des sche!"

    Ja wer sich wundert warum ich das singe dem sei gesagt das Ford und im besonderen unsere Mondeos bekannt dafür sind seine Batterien zu "fressen". Ein Lebenszyklus von 4-5 Jahren ist dabei leider ganz normal. Und wann trifft es einen? Natürlich im Urlaub, im Winter und überall dort wo man nicht bequem an eine neue rankommen kann dann alle stundenlang auf den ADAC warten, damit man genug Zeit zum singen hat. Eigentlich könnte man ein Abo dafür abschließen solange man das Auto fährt.

    Lasst uns mal zusammentragen was ihr so an Batterien und Starterkabeln im Einsatz habt?

    Die richtige Batterie

    Natürlich gibt es auch welche die das Problem nicht so stark triff und jetzt meinen ihre Batterie sei schon 8 Jahre oder älter und immer noch fit. Die Lebensdauer hängt auch vom Motortyp, Ausstattung und Nutzungsverhalten des Fahrzeugs ab. Bei mir hat es sich auf ziemlich genau 5 Jahre eingependelt. Und seit gestern wird diese schöne Serie fortgesetzt, Batterie #3 ist im Anmarsch. Das klassische Fehlerbild (Tod von jetzt auf gleich, ohne wirkliche Anzeichen einer Schwäche davor) und die Gründe dafür hatte ich hier ja mal bereits ausführlich beschrieben. Und ja, andere Fahrzeughersteller können das irgendwie besser, da halten Batterien gern mal ein Autoleben lang, nutzt uns aber nix.

    Ich hätte mir, auch aufgrund der Standheizung eigentlich lieber eine AGM Batterie gekauft, aber die passt leider aufgrund ihrer Höhe nicht sein. Bei gleicher Kapazität (80-85 Ah) und Startleistung (800 A) ist die mit 190 mm einfach zu hoch (max. 175 mm gehen) und man müsste die Batterieabdeckung weglassen oder umkonstruieren.

    Auch eine EFB wäre u.U. eine Alternative (z.B. die Varta E46 Dynamic EFB mit nur 75Ah), hat aber deutlich weniger Kapazität und vor allem benötigt dieser Batterietyp sehr wahrscheinlich einen Batteriesensor um das korrekte Ladeverhalten hin zu bekommen. Denn neben der Auswahl einer Batterie ist entscheidend ob das BMS (Batterie-Management-System) in Kombination mit dem Laderegler die notwenidge Ladespannung und Ladecharakteristik hin bekommt. Sonst hat man keine Freude damit.

    Entscheidend für die richtige Wahl ist neben den elektrischen Eigenschaften also auch die mechanische Passform. Der Minus-Pol muss hinten zum Fahrgastraum zeigen, hat einen Durchmesser von 19,5 mm. Der Sockel sollte B13 sein damit die Halter passen und die maximalmaße von 175 x 175 x 315 mm (LxHxB) sollten eingehalten sein damit alles in den Batteriekasten passt.

    Das richtige Starterkabel

    Zwar habe ich für mich und für andere immer ein Starterkabel im Kofferraum, aber wohl ein schlechtes Händchen bei der Wahl meiner Startgeber. Da hätte ich mir besser nen Tesla rausgepickt denn zwei Kleinwagen waren nicht in der Lage mir Starthilfe zu geben. Wichtig ist hier ein Starterkabel mit entsprechender Länge. Ich hatte mir damals ein 4m Kabel gekauft, die meisten sind nämlich kürzer und das kann je nach Standort echt eine Herausforderung werden...

    Die richtige Starthilfe

    Beim Fremdstart sollte der Motor des Spenders natürlich laufen bevor man die Pole anlegt und zwar zuerst Plus und dann Masse.

    Eigentlich müsste man auch die eigene Batterie während dem Vorgang abklemmen (wozu man natürlich auch das entsprechende Werkzeug dabei haben müsste) und erst später wieder auflegen wenn der eigene Generator wieder läuft, denn die zieht schonmal ganz ordentlich an der Spenderbatterie. Etwas Gas geben beim Spender kann helfen das die Spannung nicht zu stark einbricht, mehr Strom fließt deswegen aber nicht.

    Da Minuspol bei unseren Mondeos hinten im Batteriefach versteckt ist, bleibt logischerweise nur der seitliche Massepin. Das ist aber auch sinnvoll denn der Widerstand der Karosserie sorgt dafür das der Fremdstarter nicht überlastet wird durch die wie ein Kurzschluß wirkende entladene Batterie.

    Powerbank, ja oder nein?

    Eine Powerbank ist sicher eine tolle Sache, aber wer schleppt sowas schon dauern mit sich herum, vor allem geladen das es was nutzt wenn man es braucht? Und welche Kapazität benötigt es da? Der ADAC hatte ein recht fettes Teil, so groß wie eine herkömmliche Batterie und selbst damit sprang der Motor nicht so an wie ich es sonst von der Starterbatterie gewohnt bin. Gemessen hatte er Anfangs ca. 35 A Ladestrom. Denn der Jump-Starter muss ja zum einen genug Energie für die Elektronik und den Startvorgang aufbringen (beim Diesel ist das die Vorglühung, der Startermotor gegen die Kompression zur Selbstzündung und beim Benziner neben Starter den Zündfunken) und zum anderen saugt die tiefentladene Batterie ganz ordentlich daran weil diese ja dann einen sehr niedrigen Innenwiderstand hat. Bricht die Spannung dabei zu stark ein, klappt der Start halt nicht.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • ForScan hält auch noch so ein paar Einstellungen und Überraschungen bezüglich der Batterie bereit. Z.B. ist die Standardladekapazität auf 80% eingestellt, d.H. unsere Batterien werden nie weiter aufgeladen. Bei Li-Ion Akkus wäre das ok, aber Blei-Batterien können schon mehr vertragen...

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Ich fahre bei Meinem Ecoboost eine EFB Varta. Genug hier im Forum dazu geschrieben. Und als die mal gesponnen hatte, habe ich im Urlaub Werkzeug und Ladegerät dabei gehabt. Ist von Lidl und super. Sonst habe ich noch einen kleinen Booster oder auch Powerbank genannt . Hat übrigens 80€ gekostet und ist so groß wie 2 Zigarettenschachteln. Einhell ist der Hersteller. Für mein Moped und manchmal Auto von Nachbarn. Nehme ich auch für mein Handy. Was richtig geil ist sind LFP Akkus. Habe ich im Moped. Irgendwie immer voll und startet auch nach mehrerer Wochen des nichtfahrens. Halt Harley :crazy:

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • aber der hat Start-Stopp und Batteriesensor ab Werk, oder?

    Für einen Benziner reichen ja auch Startströme von 400-600 A, da muss ein Diesel schon gute 800 A haben. Dementsprechend kleiner und günstiger dürfte Deine Batterie sein.

    Bei den Powerbanks trage ich noch Infos zusammen. eines der wichtigsten Kriterien ist selbstverständlich der Leckstrom also die Selbstentladung der Dinger. was nutzt einem die beste Power Bank, wenn sie leer ist, wenn man sie braucht? einige Monate Standzeit ist natürlich schon eine Hausnummer. Für gewöhnlich braucht man sowas auch nur im Winter. LiFePO Akkus sind da Pflicht, das einzige System was sowas nur annähernd erreichen kann.

    Ist Deiner evtl. der CE-JS 18?

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • ich habe bei meinem Starterkabel leider feststellen müssen, dass die Klemmen nicht weit genug aufgehen, um am Pluspol ordentlich einen Kontakt zu bilden. auch hier muss ich mich noch mal nach etwas besserem umsehen.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Bei den Powerbanks trage ich noch Infos zusammen. eines der wichtigsten Kriterien ist selbstverständlich der Leckstrom also die Selbstentladung der Dinger. was nutzt einem die beste Power Bank, wenn sie leer ist, wenn man sie braucht? einige Monate Standzeit ist natürlich schon eine Hausnummer. Für gewöhnlich braucht man sowas auch nur im Winter. LiFePO Akkus sind da Pflicht, das einzige System was sowas nur annähernd erreichen kann.

    Da gab es letztens einen Test bei >>HEISE<<:)

    Der Testsieger von Revolt ist allerdings ziemlich schwer und mit aktuell ca. 120 € recht preisintensiv.

    Gruß aus Erfurt

    Schon der dritte vierte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

  • Batterie tausche ich alle 5 Jahre hab jetzt die 4.vor dem Winter eingebaut die Original hat 7 Jahre gehalten.

    Habe danach bisher immer Varta Silver Dynamic 74Ah verbaut.

    Die erste Varta hat nach 5 Jahren die Grätsche gemacht, Ausfall hat sich aber vorher mit komischem Verhalten beim Starten schon bemerkbar gemacht,

    elektrische Teilnehmer wuren nicht mehr oder richtig erkannt, hab es so lange weg ignoriert bis sich beim drehen des Zündschlüssels im Cockpit nur nuch lustige Lampenangingen und der dicke nur noch geklackt beim Versuch ihn zu starten Anlasser drehte gar nicht mehr. Hatte den Wagen morgens noch normal abbgestellt abends war Essig.

    Seit dem wenn 5 Jahre rum sind und ich der Meinung bin das die Batterie am Aufgeben ist fliegt die direkt.

    Dank Mod sehe ich ja die Ladespannung und kann somit auch einen Ladefehler der Lichtmaschine ausschliessen.


    Starterkabel hab ich mir mal selber gebaut so ca.7-8m lang, hab ich schon manchmal gebraucht um Bekannten aus der Patsche zu helfen,

    ist ganz angenehm musst kein Auto aus der Parklücke schieben um paralell zu stehen beim überbrücken fährst einfach von hinten ran.

    Führe ich aber nicht im Auto mit, da hab ich auch nur Standard Überbrückungskabel.

    Gruß Tom :fahrenlenkrad:

    ____________________________________________________________
    Dieser Beitrag wurde bereits 1.694.000 mal editiert, zuletzt von »digdog« (Heute, 01:96)

  • In meinen Focus mk1 habe ich eine atm Batterie immer drin aber diese hat man 3 Jahren die Grätsche gemacht und der Anlasse4 macht nur noch klack obwohl die Beleuchtung usw alles normal war, also Powerbank angeschlossen aber auch da nur ein klack also beides an Arsch🤣

  • Na da möchte ich doch nicht fehlen bei diesem Thema :beer:;

    für die richtige Batterie ist das Batteriefach eh zu klein, also damit begnügen was man dort hineinbekommt und das beste daraus machen, oder umbauen !.

    Das richtige Starterkabel baut man sich selbst ( Klemmen / Kabellänge ) und schaut vorher, ob es zumindest an seinem eigenen Fahrzeug passt.

    Die richtige Starthilfe, eines meiner Lieblingsthemen 8o. Bevor man das Fahrzeug startet, wo die Batterie schwächelt, lädt man diese erst einmal mit dem Fremdfahrzeug etwas auf !. Leicht erhöhte Drehzahl. Selbst wenn ein LKW Dir Starthilfe gibt auf 12 Volt und man dann direkt den Minuspol abmacht, kann es passieren, dass das zu startende Fahrzeug ausgeht, wegen den ganzen Verbrauchern und die Batterie es dann noch nicht schafft..... (jetzt bitte nicht der Generator läuft dann doch). Pluspol ist klar. Minus kann ich mir überall am Fahrzeug holen, da ist der Rahmen und direkt am Motor sogar besser als am Pin neben der Batterie.....

    und jetzt ein freudiges miteinander

    sonnige Grüße, Marc

  • aber der hat Start-Stopp und Batteriesensor ab Werk, oder?

    Für einen Benziner reichen ja auch Startströme von 400-600 A, da muss ein Diesel schon gute 800 A haben. Dementsprechend kleiner und günstiger dürfte Deine Batterie sein.

    Bei den Powerbanks trage ich noch Infos zusammen. eines der wichtigsten Kriterien ist selbstverständlich der Leckstrom also die Selbstentladung der Dinger. was nutzt einem die beste Power Bank, wenn sie leer ist, wenn man sie braucht? einige Monate Standzeit ist natürlich schon eine Hausnummer. Für gewöhnlich braucht man sowas auch nur im Winter. LiFePO Akkus sind da Pflicht, das einzige System was sowas nur annähernd erreichen kann.

    Ist Deiner evtl. der CE-JS 18?

    Noch kleiner :chinese: Einhell Jump-Start - Power Bank CE-JS 8/1 . Die startet mehrmals einen Benziner. Bekommt sogar meine Harley mit 1690ccm an. Hat ja mehr Hubraum als mein Mondeo.

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Verstehe ich nicht? Wenn das Auto an ist, sollte es laufen. Kannst ja sogar die komplette Batterie abklemmen. Motor an, Lichtmaschine an, Auto an. Ich denke du meinst mit Generator die Lichtmaschine. Und jeden sollte auch bewusst sein, das alle Verbraucher abgeschaltet sind beim Fremdstarten.

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Es ist ja eigentlich schon alles geschrieben, was man beim Batt. Wechsel beachten sollte. Und auch das Fremdstarten is keine Raketentechnik, wenn man die Tipps hier befolgt.

    Was noch zu erwähnen wäre, ist, daß das Starthilfekabel einen integr. Überspannungsschutz haben sollte; das hätte mir vor 11 Jahren viel Ärger erspart. Bei der Starthilfe auf dem morgentlichen Firmenparkplatz bei - 7° hats das Steuergerät der Standheizung erwischt. Gab auch mal nen Trööt dazu. Ford sagte: jo, is kaputt, kostet 850 plus Einbau.

    Bin dann zum Boschdienst, die haben nen Sicherungswiderstand auf der Platine des St. Gerätes der SH ausgetauscht, und zack, lief die wieder. Habe glaub ich 80 Ocken bezahlt damals.

    Der Boschmann sagte noch, das Fremdstarten bei neueren Fzgn. ne ziemlich heiße Kiste sei, da könnten sowohl beim helfenden, als auch beim hilfesuchenden Fzg. schnell diverse Steuergeräte durch Überspannung in Mitleidenschaft geraten.

    Also, immer schön Aufpassen :beer:

    Gruß Franky
    _____________
    Immernoch.....unterwegs mit 239KW/471Nm........und loift :D

  • Was noch zu erwähnen wäre, ist, daß das Starthilfekabel einen integr. Überspannungsschutz haben sollte; das hätte mir vor 11 Jahren viel Ärger erspart. Bei der Starthilfe auf dem morgentlichen Firmenparkplatz bei - 7° hats das Steuergerät der Standheizung erwischt. Gab auch mal nen Trööt dazu. Ford sagte: jo, is kaputt, kostet 850 plus Einbau.

    ...

    Der Boschmann sagte noch, das Fremdstarten bei neueren Fzgn. ne ziemlich heiße Kiste sei, da könnten sowohl beim helfenden, als auch beim hilfesuchenden Fzg. schnell diverse Steuergeräte durch Überspannung in Mitleidenschaft geraten.

    Interessanter Bericht, vielen Dank dafür! Ich hatte mir auch mal kurz das Thema "Überspannungsschutz" beim Fremdstart angesehen und schnell verworfen. Es gibt Starterkabel die haben so etwas "integriert", dabei werden die Kabel an einer Stelle über einen VDR miteinander verbunden. Ein VDR ist ein Widerstand der abhängig von der Spannung seinen Wert ändert. Dabei wird er, je höher die Spannung steigt, immer geringer, also immer leitender, bis er faktisch einen Kurzschluß darstellt. Dabei reagiert er recht flink, sondert somit also in der Regel nur die kurzer Überspannungen aus. So einen VDR findet man auch in vielen 240V Netzteilen. Das Problem an den Dinger ist das sie einer Alterung unterliegen, aber vor allem einen starken Temperaturkoeffizienten haben, wodurch sie besonders bei Kälte ganz andere Werte haben. Das führt dann auch ganz schnell zum Gegenteil von dem was man erreichen will, denn dann spielt der VDR Kabelheizung. Und tatsächlich ergab eine Recherche das alle gängigen Elektronik-Foren die sich mit diesem Thema mal befasst hatten den Überspannungsschutz als Marketinggewäsch und unsinnig verschriehen haben. Ganz anders sieht die Sache natürlich mit einem elektronischen Überspannungsschutz aus. Da sind wir aber meist bei Zusatzgeräten in einer Preisklasse von 100-200€. Also mein Rat hierzu: FINGER WEG von Starterkabeln mit integriertem Überspannungsschutz! Wenn schon, dann richtig Geld ausgeben und einen elektronischen Überspannungsschutz kaufen.

    Wichtiger wäre eher ein Verpolungsschutz für Farbenblinde ;)

    Module im KFZ müssen äußerst robust gegenüber jegliche Art von Fehler in der Stromversorgung sein, auch darüber hatte ich mal einen langen Artikel geschrieben (Stichwort "Load-Dump") und auch im Wiki veröffentlicht. Wenn Du das Modul nicht gerade an die Steckdose anschließt bekommst Du es im Normalfall nicht kaputt. Ich vermute hier also einen Designfehler von Webasto (Hersteller der Standheizung und der Elektronik) oder das Teil hatte bereits eine Macke. Rein theoretisch kannst Du ein 12V Auto auch problemlos von einem 24V LKW fremdstarten lassen.

    Überspannung ist beim fremdstarten ohnehin nicht das Thema, denn die eigene Batterie ist leer, der eigene Generator läuft nicht und das fremde Auto hat den kritischsten Punkt für Überspannung, den Startvorgang, schon lange überwunden. Es entstehen also maximal Spannungsspitzen (sichtbar durch die Funken) wenn die Verbindung zum Fahrzeug mit den Klemmen nicht sauber ist oder gerade hergestellt wird. Das müssen Steuergeräte überleben. Dabei ist die Spannung selbst gar kein Problem, eher der dabei fließende Strom. Daher ist Elektroschweißen am Auto um ein vielfaches gefährlicher für die Steuergeräte.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Ich fasse nochmal zusammen (fürs Wiki):

    Wichtigste Regel um Kurzschlüsse zu vermeiden: "Niemals beide Enden (Plus/Minus) des Starterkabels gleichzeitig verbinden oder trennen, immer eines nach dem anderen."

    Ablauf

    1. Spender-PKW starten und Motor im Leerlauf belassen
    2. Kabel vom Plus-Pol des Pannen-PKW zum Spender-PKW verbinden
    3. Kabel vom Minus-Pol des Pannen-PKW zum Spender-PKW verbinden - NICHT DIREKT AN DIE BATTERIE sondern an einen dafür vorgesehenen Stützpunkt oder an ein Metallteil des Motorblocks oder Karosserie
    4. In diesem Zustand 5-10 Minuten belassen (ohne Startversuch des Pannen-PKW) damit die Pannen-Batterie etwas geladen wird
    5. Nun beim Spender-PKW etwas mehr Gas geben damit dessen Motor durch die massiven Stromaufnahme vom Pannen-Startermotor nicht aus geht
    6. Startversuch beim Pannen-PKW durchführen. Der Motor sollte nach kurzer Zeit wieder laufen
    7. Sobald der Pannen-PKW läuft die Starterkabel entfernen (ausgehend vom Spender-PKW, zuerst Minus auf beiden Seiten, dann Plus)
    8. Den Pannen-PKW nicht mehr aus machen sondern mindestens eine halbe Stunde laufen lassen/fahren. Schnellstmöglich an ein Ladegerät hängen.

    Erläuterungen

    Zu 1) Bei Fahrzeugen die über ein BMS verfügen (andere findet man heute kaum mehr auf den Straßen) regelt dieses beim Leerlauf den Ladestrom so, das die eigene Batterie nicht geladen wird. Das soll vor allem Sprit- und damit CO2 Ausstoß im Stadtverkehr/Stau mindern, also in Fahrsituationen mit längeren Standzeiten. Wird jedoch im Stand eine größere Stromaufnahme gemessen, wird der Ladestrom des Generators erhöht.

    Zu 3) Zum einen bietet der Widerstand vom Anklemmpunkt bis zum Minuspol der Batterie einen gewissen Schutz wenn die Batterie wirklich komplett leer ist (= Kurzschluß) und zum anderen können beim anklemmen Funken entstehen und mit etwas Pech haben sich in der Batterie durch den Tiefschluß Gase ("Knallgas") entwickelt und ausgeströmt die sich durch die Funken entzünden und eine Verpuffung auslösen.

    Zu 4) Das ist notwendig und sinnvoll da die Pannen-PKW Batterie sehr schwach oder gar komplett leer ist. Dadurch hat diese einen sehr geringen Innenwiderstand und zieht anfänglich einen hohen Ladestrom. Das können je nach Batterietyp 30-50 A sein. Dies belastet extrem den Spender-PKW. Ein Startversuch des Pannen-PKW in diesem Zustand könnte den Spender-PKW so schwächen das auch dieser abstirbt. In jedem Fall ist es eine unnötige und vermeidbare Belastung.

    Zu 8.) Ist eigentlich logisch, kann aber auch sinnlos sein wenn die Batterie hinüber ist. Dann nimmt sie zwar kurzzeitig etwas Ladung auf, wird aber bei der nächsten Vollbelastung zusammenbrechen. Wenn also der Grund für das Batterieversagen nicht eindeutig ist (Licht angelassen, Kühltasche im Kofferraum eingesteckt gelassen, etc.) im Zweifel die Batteriekapazität von einer Fachwerkstatt prüfen lassen oder bei entsprechendem Alter (über 5 Jahre) gleich austauschen.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • ForScan hält auch noch so ein paar Einstellungen und Überraschungen bezüglich der Batterie bereit. Z.B. ist die Standardladekapazität auf 80% eingestellt, d.H. unsere Batterien werden nie weiter aufgeladen. Bei Li-Ion Akkus wäre das ok, aber Blei-Batterien können schon mehr vertragen...

    Hi

    kann man den wert anpassen bei Mondeo ?

  • Starterkabel hab ich mir mal selber gebaut so ca.7-8m lang, hab ich schon manchmal gebraucht um Bekannten aus der Patsche zu helfen,

    Ich denke das wird auch mein Weg sein, wenn auch nicht in dieser Dimension. Das gros der Kabel auf dem Markt ist Schrott, so wie meines was ich mir vor 5 Jahren mal gekauft hatte weil beim meinem alten an der Zange das Plastik spröde geworden war und brach.

    Wie immer gehe ich das ganze eher wissenschaftlich an, also bitte nicht maulen wenn das für den ein oder anderen übertrieben wirkt, aber so bin ich halt ;)

    1) Die Vorschriften

    Es muss gesagt werden: Generell müssen Starterkabel der DIN-Norm 72553 (oder ISO 6722) entsprechen. Die fordert isolierte Polzangen. Offene Ausführungen sind aus Sicherheitsgründen zu meiden und erhalten daher kein TÜV/GS Prüfsiegel. Ist ein solches dennoch angebracht handelt es sich um eine China-Fälschung.

    2) Anforderungen an die Stromklemmen

    2.1) Das Klemmen-Material

    Die Zangenbacken sollten aus starkem Blech oder massivem Messing bestehen. Die Klemme hat einen Aufbau wie eine Wäscheklammer, in der Mitte eine Spiralfeder, sie sorgt für den notwendigen Halt der Klemme. Die Federkraft ist also entscheidend für einen sicheren Kontakt und die Positionierbarkeit der Klemme an Batterie oder Karosserie. Eine während dem Fremdstarten abrutschende Plus-Pol Klemme (womöglich eine unisolierte) kann für den Spender fatale Folgen durch Kurzschluß haben!

    Eine Vollmaterialausführung ist hier praktisch Pflicht, damit die Klemmbacken sicher verbunden bleiben. Günstige Starterkabelklemmen sind aus Plastik und haben nur eine innen leitende "Lippe". Das Plastik wird mit den Jahren spröde und bricht dann leicht. Eine solche Klemme ist dann nicht mehr zu reparieren und im Einsatzfall unbrauchbar.

    2.2) Die Klemmen-Ausführung/Kontaktfläche

    Für Starterklemmen sucht man meist vergebens nach einer dafür vorgesehenen Kontaktstelle. In der Regel klemmt man die irgendwo auf wo man glaubt eine ordentliche und haltende Verbindung hin zu bekommen. Meist ist dann die Auflage/Kontaktfläche nur recht gering, zumindest wenn man bedenkt das darüber später mal bis zu 800 A für den Startermotor fließen sollen... Ideal wäre es wenn am Fahrzeug eine flache "Blechlippe" vorhanden wäre, dann könnte eine solche Klemme einfach flach auflegen, was eine fast perfekte Verbindung darstellen würde. Oder noch besser, eine international genormte Steckverbindung dafür... ach, träum weiter!

    Man findet Klemmen die rundliche Backenformen aufweisen, was meiner Meinung nach nur für Pol-Stifte von ausgebauten Batterien taugt. Im eingebauten Zustand hat man in der Regel eher breite, massive Kontaktbleche welche zu den Hauptsicherungen führen. Oft so verkantet das man maximal seitlich einen guten Kontakt findet. Und hier kommt schon das nächste wichtige Kriterium für die Klemme:

    2.3) Die Klemmen-Spannweite

    Was nutzt es wenn die Klemme vorn nur wenige Zentimeter weit aufgeht und man sie nicht da befestigen kann wo es sinnvoll wäre? Richtig, man klemmt es irgendwo klein und knapp an einen Kante, immer mit der Gefahr das dabei die Federkraft so gering ist das sie Klemme garnicht hält oder bei der geringsten Berührung von Klemme oder Kabel abrutscht.

    Daher unbedingt darauf achten das die Backen maximal weit aufgehen. 4-5 cm sollten es schon sein.

    2.4) Der Kabelanschluß

    Fast das Wichtigste Kriterium der Klemme überhaupt. So oft sehe ich einfach nur "angequestschte" Leitungen. Klemmen, bei denen Kabel direkt angequetscht werden sind nur aus Kostengründen so designed und sollte man meiden. Dabei rede ich nicht von einer guten, sauberen Quetschung, wie man sie bei Kabelschuhen, etc. herstellen könnte. Die meist großen Querschnitte liegen dann nur mit ein paar Adern quasi loose auf den Klemmbacken. Das ist nicht nur sinnlos sondern auch gefährlich, denn durch die hohen Ströme und den effektiv niedrigen Querschnitt in Kombination mit einem hohen Übergangswiderstand kann das ganze so heiß werden das es abfackelt. Eine gute Klemme verfügt über einen Schraubanschluß für einen solchen, ordentlich aufgequestschten Kabelschuh:

     

    So führen Elektro-Profis das aus.

    3.) Anforderungen an das Kabel

    3.1) Strombelastbarkeit (Material und Querschnitt)

    Wohl das wichtigste Kriterium. Wenn wir von einer Maximalbelastung ausgehen liegen wir beim Diesel-Anlasser bei typischen Startströmen von bis zu 800 A. Da spielen selbst die Vorglühkerzen mit ihren 10-15A pro Kerze fast keine Rolle mehr. Aber dies ist in der Tat nur ein Spitzenwert, ein Kabel welches 800 A dauerhaft(!) leiten könnte müsste einen Querschnitt von 500-600 mm² haben ;) Ein guter Kompromiss muss her und der liegt bei 25 bis 50 mm² (reines Kupfer).

    Da Kupfer teuer und schwer ist, kommt auch gern kupferummanteltes Aluminium zum Einsatz. Aluminium ist in der Elektrotechnik weit verbreitet, also grundsätzlich kein Qualitätsmangel. Es leitet ebenfalls gut den Strom, ist günstiger und vor allem leichter. Aber es bricht auch schneller und ist nicht so flexibel wie reine Kupferleitungen! Beachten sollte man das ein Alu-Kabel im Vergleich zum Kupfer-Kabel einen deutlich höheren Querschnitt haben muss., z.B. entspricht eine 16 mm² Kupfer-Leitung einer 25 mm² Alu-Leitung.

    25 mm² (reines Kupferkabel) sollten es meiner Meinung nach mindestens sein, alles darunter ist eher einer Heizdraht. Ob man nun zu 35 oder gar 50 mm² greift hängt vom eigenen Geldbeutel ab, sinnvoll ist es meiner Meinung nach nicht. Daher würde ich zu 25 mm² hochflexiblem Kupfer greifen.

    3.2) Flexibilität und Isolation

    Vielleicht eher eine Komfortfrage. Bei billigen Starterkabeln findet man aber oft eine recht harte Isolation. Wenn die aufgrund mangelnder Qualität bricht kann es ebenfalls gefährlich werden. Zudem lässt sich ein hochflexibles Kabel einfach besser aufwickeln.

    3.3) Die Länge

    Ja, es kommt auf die Länge an ;) Viele Kabel sind einfach zu kurz und man muss vis-a-vis Spender/Pannen-PKW stehen oder sogar seitlich, je nach Einbauort der Batterien. Eine Länge von 4 m sollte das Kabel schon haben, wer es super-bequem mag kann auch auf 6 m gehen, dann kann man auch von einem dahinter geparkten Spender-PKW bequem versorgt werden.

    FAZIT

    Mein ideales Starterkabel hätte 35 mm² Querschnitt, bestünde aus reinem, hochflexiblen Kupferkabel mit weicher/Gummi-Isolation und hätte eine Länge von 6 m. Die Klemmbacken wären Vollmaterial, zumindest auf den Auflageflächen. Ein solches Kabel auf dem Markt zu finden wird nicht einfach und vor allem nicht billig. Ich schätze da wäre ich schon im Werkstattbereich bei guten 100-150€. Daher werde ich mir eher eines selbst bauen.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • kann man den wert anpassen bei Mondeo ?

    Theoretisch ja, konnte ich bei meinem im Forscan aber nicht finden... Ob es dann auch noch was bewirkt ist die andere Frage. Grundsätzlich hat unsere Lichtmaschine (der Laderegler ist dort integriert) einen LIN-Bus Anschluß welcher zum PCM führt. Von dem werden die Daten wie Ladestrom und Ladespannung auf den CAN-Bus gelegt (das PCM hat ja nur HS-CAN, daher sind die wohl dort zu finden). Das BMS (Software) ist ja Teil des PCM. Mit etwas Glück könnte man also die aktuellen Betriebsparameter über den CAN-Bus ermitteln.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Eine Powerbank ist sicher eine tolle Sache, aber wer schleppt sowas schon dauern mit sich herum, vor allem geladen das es was nutzt wenn man es braucht?

    Mein Schwager hat es in seinem Mercedes Bus gemacht, Kabel hinter den Sitz gelegt und da den Booster dran. Ist immer geladen, der wird auch sehr oft gebraucht, schleppt defekte Autos zur Reparatur ab.

    Erst 230 Tkm. Nachwuchs: Corsa F 1.5 Diesel (Leider kein passenden Fiesta Diesel gefunden)

  • Mal ein Negativbeispiel, das von mir gekaufte Starterkabel (Amazon, um die 20,- €). Angeblich 25 mm², auf den Verkaufsfotos sah es ok aus:

    Der Laie hätte vermutet das die Zange aus Kupferblech sei, was sie natürlich nicht ist. Es ist billigstes, weiches Blech welches sich sofort verbiegt. Es wurde bestenfalls mit Kupfer eloxiedert, evtl. sogar nur lackiert... Ein Blick auf das Innere gibt die schon vermutete, schreckliche Gewissheit:

    SO klappt das garantiert nicht mit dem starten eines Diesel:

    Das Blech kann man mit den Fingern bereits verbiegen. Beim Kabel ist auch nur die Isolierung dick, der leitende Teil hat 3,5 - 4 mm Durchmesser, entspricht also eher einer 10 mm² Leitung. Schönes Blendwerk. Zudem kann man erkennen das es keine Vollkupferlitze ist sondern im besten Fall verkupfertes Aluminium, im schlechtesten verkupferte Stahlleitung.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Dabei ist die Spannung selbst gar kein Problem, eher der dabei fließende Strom.

    In meinem Beruf habe ich die Erfahrung gemacht, ältere Bauteile verkraften etwas mehr als die neue. Hängt meistens mit der Toleranz der Bauteilen zusammen. Z. B bei älterem 12V Bauteil ist Toleranz bis 14V und beim neuem nur bis 12,5V, bei anliegende Spannung von 13,5V wird das Bauteil mit 12,5V nicht lange mitmachen.

    Die Spannung ist meistens das Problem.

    Z. B einen Verbraucher mit 12V und 1A kann ich mit einem Netzteil mit 12V und 5A problemlos betreiben, der Verbraucher zieht max. 1A.

    Erst 230 Tkm. Nachwuchs: Corsa F 1.5 Diesel (Leider kein passenden Fiesta Diesel gefunden)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!