Fehlersuche bei Geräuschentwicklung seit teilweiser Fahrwerkserneuerung

  • Wie hier

    Go4IT
    27. Juni 2026 um 13:48

    und hier

    Go4IT
    22. Januar 2026 um 07:57

    schon angedeutet lassen die Probleme nicht nach. Bin letzte Woche gute 1.200 km über die Autobahn und in Summe ca. 2-3.000 km seit Erneuerung div. Teile an der Vorderachse und inzwischen brauche ich Ohrstöpsel beim fahren :ill:

    Mal kurz zur Rekapitulation was ich alles gemacht habe:

    • Federbeine vorn erneuert (Stoßdämpfer, Federn, Domlager)
    • Achsschenkel (1x Original, 1x Zubehör) und Radlager (Lager+Nabe von SKF, vormontiert) vorn erneuert
    • Querlenker vorn erneuert
    • Bremsbeläge (alle) erneuert
    • Getriebeöl erneuert
    • Neue Reifen (4x Michelin Primacy) auf 17" Alufelge
    • Achsvermessung durchgeführt

    Für alle Arbeiten vorgeschriebene Aus-/Einbauhinweise sowie Drehmomente berücksichtigt und neue Schrauben verwendet.

    Was mir auf dem Weg dahin passiert ist:

    • Zum einpressen der neuen Radlager (SKF) in die neuen Achsschenkel habe ich ein Spezialwerkzug (Zug-basierend) verwendet. Trotzdem hat sich wenigstens das Radlager der Fahrerseite schief in den Achsschenkel gezogen, ab der Hälfte dann aber wieder begradigt. Es war nicht anders möglich, obwohl mehrfach angesetzt. Auf der Beifahrerseite war es nur ganz leicht schief, zog sich aber in Summe gerade rein. Hier wäre eine Presse besser gewesen, aber ich hatte kein entsprechendes Presswerkzeug dafür und keine Presse.
    • Tripode auf der Fahrerseite rausgerutscht. Daraufhin die Schelle auf der Motorseite geöffnet, Tripode wieder eingesetzt, neues Fett rein und mit der Schelle wieder geschlossen. Leider hatte ich mir die Position des Schellen-Quetschpunktes auf der Antriebswelle nicht markiert, die sitzt also nun vermutlich woanders (Unwucht?). Beim aushebeln der Antriebswelle blieb der Sicherungsring an der Welle dran, also eigentlich alles ok.
    • Weil der Bolzen vom Querlenkerkopf schlecht raus ging hatte ich durch das rumgewürge die Manschetten beschädigt. Die Bolzen waren eingenietet, also habe ich noch die Querlenker komplett erneuert (Lemförder).
    • Die Mutter des rechten Spurstangenkopfes wollte zum verrecken nicht raus, ich musste sie seitlich anfräsen (Dremel) und dann mit einem Mutternsprenger knacken. Die neue Mutter ging irgendwie schwer drauf obwohl das Gewinde des Kopfes nicht beschädigt war. Auch auf der anderen Seite ging die Mutter unglaublich schwer drauf, das war ein Gewürge. Danach habe ich herausgefunden das ich die falschen Muttern genommen habe, die Steigung passte nicht, 1,75 anstelle 1,5 und somit habe ich wohl ein neues Gewinde geschnitten, mutmaßlich in die Muttern... genau weiß ich das nicht weil runter bekomme ich die sicher nicht mehr, sind bombenfest.

    Das Problem ist das ich beginnend mit dem Reifenwechsel (direkt nach Umbau) ein leicht sägendes Geräusch wahrgenommen habe, aber extrem unterschwellig. Damals hatte ich gleich den Gedanken "Das neue Radlager ist hin, durch den falschen/schrägen Zusammenbau". Aber erstmal blieb es dabei. Das hörte sich eher wie ein Sägezahn oder leicht harte Stollen eines Winterreifens an, aber wirklich minimal und erträglich. Zuerst dachte ich das es mit den neuen Reifen zusammenhängen könnte, habe aber noch nicht den Reifensatz gewechselt.

    Die Gänge vom Mondeo gingen schon immer mit einem lauten KLACK rein. Mir ist nur aufgefallen das bei Rückwärtsfahrt mit vollem Lenkeinschlag und danach Geradeausfahrt es immer irgendwelche Klack-Geräusche vom Fahrwerk gibt, mal mehr mal weniger gut hörbar. Das meinte ich so vorher nicht wahrgenommen zu haben.

    Nach einer Zeit wurde das lauter und richtig extrem bei der letzten Autobahnstrecke. Nun ist es ab ca. 50 km/h schon laut und bei 80 km/h gibt es eine Art Resonanzpunkt wo man meint die Karre fällt gleich auseinander. Schneller als 140 km/h habe ich mich nicht getraut zu fahren, aber auch bei meiner Lieblings-Reisegeschwindigkeit von 120 km/h wurde es zunehmend lauter.

    Ich habe verschiedene Tests gemacht, weil ich jetzt nicht einfach mal auf gut Glück die Radlager wieder tauschen will, was es wirklich ist, bin aber noch nicht schlauer geworden. Es hängt nicht an der Motordrehzahl. Ich habe ausgekuppelt und auch Gang raus gemacht, das Geräusch ist rein Rotationsabhängig von den Rädern. Es gibt auch keine erkennbare Veränderung bei Lastwechsel, weder seitlich durch Lenkbewegung noch durch Beschleunigung/Bremsung. Die Beschleunigung/Bremsung und Spur beim bremsen ist völlig normal, auch die Lenkung ansich. Es wird einfach mit höherer Geschwindigkeit immer lauter. Hier ein paar "Hörproben", ich hoffe das kommt einigermaßen rüber:

    IMG_6756.mp3

    IMG_6755.mp3

    IMG_6757.mp3

    Das was klingt wie cooles V8-Motorgebrubbel ist das Geräusch. Im Fahrzeuginnenraum extrem laut und auch fühlbar am Lenkrad und Fußboden.

    Dann habe ich mal aufgebockt und die Räder einzeln gedreht. An der VA geht das natürlich viel schwerer und es bremst auch relativ schnell ab (kein "Freilauf" wie bei der HA), aber das ist ja doch normal, weil ein Teil des Getriebes mit dran hängt.

    VA/Links

    IMG_6750.MOV

    VA/Rechts

    IMG_6751.MOV

    HA/Links

    IMG_6752.MOV

    HA/Rechts

    IMG_6753.MOV

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Da fällt mir nur Unwucht ,Falscher Sturzwert - jetzt evtl. haben die neuen Pellen gelitten , hatte ich auch letztes Jahr...Grund bei mir das die Stoßdämpfer nicht korrekt waren und sich somit ein Sägezahn auf 3 von 4 Pellen sich eingefressen hat....wollen wir mal nicht hoffen das es so ist....desweiteren könnten auch die verbliebenen Bremsscheiben der Grund dafür sein....

  • Mir ist nur aufgefallen das bei Rückwärtsfahrt mit vollem Lenkeinschlag und danach Geradeausfahrt es immer irgendwelche Klack-Geräusche vom Fahrwerk gibt, mal mehr mal weniger gut hörbar.

    Schwer zu sagen aber sowas könnte vielleicht von den Antriebswellen kommen.

    Was das Geräusch beim drehen der Hinterräder betrifft, hast du auch mal bei abgenommenen Rädern von Hand gedreht wie es sich da anhört oder ob man in den Händen beim drehen vielleicht eine Art Widerstand fühlt?

    "Jetzt, wo ich weiß wie es geht, versteh ich auch die Bedienungsanleitung :thinking: "

  • Nein, war ein Schnelltest heute früh, aktuell biserl warm zum schrauben in der Sonne. Die hinteren Radlager sind schon die dritten, wurde vor wenigen Jahren gewechselt. Das rasseln beim linken ist auffällig.

    An Antriebswelle habe ich auch schon gedacht, aber aktuell könnte es noch alles sein, ist ja alles fest verbunden und alles was ich jetzt tun kann ist richtig viel Arbeit und endet mit Spureinstellung.

    Die Räder drehen bei 50 km/h mit ca. 400 U/min und bei 80 km/h mit ca. 650. Das bekomme ich im Stand mit der Hand nicht hin. Ich könnte den Wagen vorn aufbocken und im 3ten Gang Gas geben um zu schauen ob das Geräusch unbelastet auch kommt. Dann könnte ich die Vorderräder abnehmen und die Antriebswellen auf Schlag prüfen.

    Ansonst könnte ich noch die Räder wechseln auf Winterräder, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht das es von denen kommt.

    Das wahrscheinlichste wäre ja ein VA Lager aber dafür hört sich das beim Drehen nicht an.

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Du kannst beim guten Reifendienst die Räder direkt am Fahrzeug wuchten lassen. Zum einen siehst du ob der Rundlauf gut ist, zum zweiten kannst du die Rest Unwucht rausholen und eventuell sogar etwas hören. Beim Feinwuchten am Fahrzeug wird normalerweise auf ca 80 km/h beschleunigt und gehalten ( mit dem Gaspedal ) darf beim Frontantrieb nicht mit der Maschine angetrieben werden

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