Haben wir gelernte Lackierer hier unter uns?

  • Hallo liebe Community,

    ich habe immer wieder Fragezeichen beim Thema "Lackierung" von Bauteilen, z.B. Plastikteilen im Innen/Außenbereich aber auch die klassischen Tätigkeiten an der Karosserie und Felgen. Zwar hätte ich jetzt auch ein paar spezielle Fragen, aber ich will mit diesem Aufruf erstmal die Spezialisten hier auf den Plan bringen :)

    Natürlich wissen einige andere auch etwas darüber, manch einer mag sogar ein begnadeter Hobby-Lackierer sein, aber gelernt ist halt auch gelernt und wer sowas täglich macht hat einfach die größere Erfahrung und von dem würde ich gern lernen.

    Natürlich geht es mir jetzt hier nicht um Profi-Lackierungen, denn dazu benötigt man auch Profi-Werkzeug und Lackierkabinen, sondern vielmehr um die Dinge die man noch gerade so selbst erledigen kann. Also mutmaßlich mit Spraydose(n), die oft besser sind als ihr Ruf, zumindest wenn man die richtigen kauft...

    Neben den eigentlichen Lackarbeiten sind es ja wohl vor allem die Vorbereitungen und Zwischengänge, sowie die Wahl der richtigen Lacke die entscheidend dafür sind ob ein Ergebnis hinterher nicht nur gut aussieht sondern auch hält.

    Toll wäre wenn wir für ein paar Standard-Lackierungen dann auch mal Wiki-Anleitungen mit Empfehlungen und Hinweisen erstellen können.

    Ich freue mich auf hoffentlich zahlreiches Feedback :)

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Toll wäre wenn wir für ein paar Standard-Lackierungen dann auch mal Wiki-Anleitungen mit Empfehlungen und Hinweisen erstellen können.

    Das finde ich sogar für eine sehr gute Idee... :klatsch:

    So kann man sich Tipps zur "richtigen" Lackierung aneignen - im Rahmen des machbaren... :doublethumbsup:

    „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“
    Henry Ford (1863–1947)

  • So war es gedacht...

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • SmartRepair mach ich seit Jahren :doublethumbsup:

    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist ... schlimm ist es für die anderen .... genauso ist das übrigens wenn man doof ist! :D

  • Also mal eine Konkrete Frage von mir:

    Ich habe die Schnauze voll jedes Jahr meine verchromten Nummernschildhalter vorn und hinten zu erneuern weil der Chrom abplatzt. Jetzt habe ich hier noch zwei Nummerschildhalter 0815 Plastik schwarz liegen. Meine Idee wäre den hinteren in Wagenfarbe zu lackieren und den vorderen in Klavierlackoptik, so wie der Grill.

    Ich habe in der Tat schon so einiges gelesen und auch ausprobiert was Lackierungen angeht, dennoch will ich einfach mal bei Null starten und hoffe von Profis zu erfahren wie man das RICHTIG macht und aber auch gern von Hobbyisten welche Erfahrungen und Tipps sie geben können.

    Das was ich weis ist das bei Lackierungen von Kunststoff das Material entscheidend ist für die Lackierfähigkeit, aber auch spätere Haltbarkeit. Der Halter den ich hier habe hat das "PP" Zeichen, ist also vollständig aus Polypropylen:

    Welche Lacke, welche Arbeitsschritte sind notwendig um den mit den gewünschten Lackierungen zu versehen?

    "Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information."

    Albert Einstein

  • Ohja wäre echt super wenn es darüber Mal was gibt vor allem was man mit einander kombinieren darf und was nicht damit es nicht wieder wie Streuselkuchen aussieht.

    An sich lackieren ist nicht unmöglich aber ohne das wissen wie was mit wem reagiert ist es fast unmöglich. Ich wollte mal auf Nigrinspachtelmasse lackieren und hab sogar Primer und ähnliches genommen aber alles hat mit dem ollen nigrin Zeugs reagiert.

  • Wenn ich den Lackstore Leutchen glaube ist "PP" garnicht für Lackierung geeignet:

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    Ich habe es trotzdem versucht ;)

    • Gründlich schleifen (P240)
    • Reinigen, erst mit feuchtem Tuch den Staub, dann mit Silikonentferner den Rest
    • Grundierung (hier habe ich einfach genommen was ich hatte, nämlich einen Grundierfüller grau). Eine Schicht drauf, austrocknen lassen, mit P800 wieder angeschliffen, nochmal grundiert und mit P2000 geschliffen.
    • Basislack (Wagenfarbe) eine Schicht, antrocknen lassen, P2000 leicht schleifen, noch ne Schicht
    • Decklack (1K Klarlack aus dem Baumarkt) in 2 Schichten, ohne Zwischenschliff

    Vermutlich totaler Käse... mal schaun ob es die erste Waschstraße überlebt.

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    Albert Einstein

  • Lackierer habe ich nicht gelernt.

    Ich vermisse aber in der Aufzählung den Primer, auch Haftvermittler genannt. Der gehört zuerst auf das vorbereitete PP.

    Gruß aus Erfurt

    Schon der dritte vierte Ford und der Fahrer wird nicht schlau draus!

  • Wenn man mehr Glanz will und das zu bearbeitende Stück von der Größe her noch in den Ofen legen kann empfehle ich es dann vor zu wärmen habe ich bei ca 80grad gemacht. So habe ich die Mittelkonsole lackiert. Genau Primer der muss dabei sein hilft aber bei nigrin Spachtel leider auch nicht oder ich hatte den falschen Primer. Wollte damals meinen Kühlergrill vom Fiesta mk7 umändern das ging somit voll in die Hose leider.

    Ein Spachtel aus dem Bootsbau war dabei viel besser die Marke hab ich leider vergessen.

  • Hier das alte, verchromte Teil nach etwas mehr als einem Jahr:

    Laut Angabe auf dem Halter ist das auch PP, wirkt aber extrem viel härter als der andere, schwarze Plastikhalter den ich lackiert hab.

    Und hier das was ich in Wagenfarbe lackiert hab (anderer Halter, nicht das alte von oben):

    Neben einigen Lackeinschlüssen ist es so das die Lackschicht sehr weich ist. Links muss man den Halter quasi hinter die Kamera quetschen damit er überhaupt in Position kommt (wäre vielleicht sogar besser hinten das Nummernschild direkt aufzuschrauben und keinen Halter zu verwenden...). An den Stellen wo man irgendwo anstößt wird der Lack bis zur Grundierung runter weggequetscht. Ausgetrocknet ist das ganze knapp 12h. Vielleicht wird er mit der Zeit noch härter...

    Einen Primer habe ich nicht drauf weil ich sowas garnicht habe.

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    Albert Einstein

  • Temperatur ist der Schlüssel. Ich hab schon Kleinteile Selbst lakiert: Mit nem Heizlüfter im Bad. Ich hab den Raum auf 34° aufgeheizt, anschließend (mit der Spraydose) lackiert - und anschließend den Lack mit voll Power Heizlüfter 2 Stunden trocknen lassen. Die Raumtemperatur war dabei immer etwa auf 36 bis 38°C und die Luftfeuchte war unter 5%. Perfektes Ergebnis. Kalt und Luftfeuchtigkeit macht scheiß Ergebnisse. bei meinen Konditionen Hält der Lack seit 5 Jahren.

  • Genau, Temperatur und auch die Luftfeuchtigkeit sind wichtige Schlüssel. Das ist im Sommer alles viel einfacher.

    Eine Luftfeuchte unter 5% ist aus meiner Sicht kaum erreichbar, selbst mit Trocknern im Reinraum.

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    Albert Einstein

  • wenn das ganze wirklich Haltbar sein soll muss der Decklack ein 2K Lack sein. Nur der härtet chemisch aus und lässt sich dann auch nicht mit Lösungsmitteln aufweichen. Nachteil ist natürlich das das Zeugs nach dem mischen auch in der Flasche aushärtet. Bei der Lackierung von Kunststoff muss ein Weichmacher in den Lack, sonst reißt er bei kleinsten Verformungen. Bekommt man für Kleinreparaturen auch alles in der Sprayflasche.

    Mein Verbrauch 677593_3.png

  • wenn das ganze wirklich Haltbar sein soll muss der Decklack ein 2K Lack sein. Nur der härtet chemisch aus und lässt sich dann auch nicht mit Lösungsmitteln aufweichen. Nachteil ist natürlich das das Zeugs nach dem mischen auch in der Flasche aushärtet. Bei der Lackierung von Kunststoff muss ein Weichmacher in den Lack, sonst reißt er bei kleinsten Verformungen. Bekommt man für Kleinreparaturen auch alles in der Sprayflasche.

    Gute Tipps! Ich schau mich da mal im Lackstore um, die haben auch gute Videos auf YT.

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    Albert Einstein

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